Mosquito / Nightswarm

Eine Sommernacht im Mittelwesten der USA. Die friedliche Stille im sumpfigen Waldgebiet wird durch den Absturz eines Raumschiffs aus einer fernen Galaxie jäh unterbrochen. Megan ist mit ihrem Freund Ray auf dem Weg zu ihrer neuen Arbeitsstelle im Feriencamp. Plötzlich wird ihr Auto von einem riesigen, fliegenden Tier gerammt. Die Überreste erinnern Megan an ein Insekt – einen Moskito, aber zu gigantischer Größe mutiert! Zusammen mit Dr. Parks, der für die Air Force Ermittlungen über den abgestürzten Meteor durchführen soll, machen die beiden im Camp eine schreckliche Entdeckung. Alle Urlauber scheinen Opfer eines grausamen Massakers geworden zu sein. Die Leichen sind von einem mysteriösen Gift radioaktiv verseucht. Gibt es einen Zusammenhang mit dem Rieseninsekt? Es bleibt keine Zeit zu überlegen. Ein Schwarm der blutrünstigen Killer-Moskitos ist bereits im Anflug. (CMV-Laservision)

Co-Autor/Regisseur Gary Jones trug seinen Teil dazu bei, das Sub-Genre der Riesenkäfer aus den 50er Jahren wiederzubeleben, indem er 1994 Mosquito veröffentlichte und der fleißigsten Plage der Natur somit seine Zeit in der Monster-Film-Sonne bescherte. Obwohl er mit einem recht begrenzten Budget ausgestattet war, machte Jones im Allgemeinen das Beste aus dem, was ihm für den Film zur Verfügung stand. Der hat nämlich eine gesunde Menge an Blut und Humor zu bieten, da er es vorzüglich versteht den Zorn mutierter Insekten detailliert zu beschreiben. Die Grundlagen werden hier behandelt, was für eine unterhaltsame Zeit sorgt, obwohl, wie bei den meisten dieser Produktionen, kleine Dinge große Auswirkungen haben, wenn es um allgemeine Charakterisierungen geht, da viel an Polstermaterial den B-Movie-Hype drosselt, den Jones generieren möchte.

Auf dem Weg in einen US-Nationalpark stoßen Megan (Rachel Loiselle) und Ray (Tim Lovelace) auf der Straße mit einem mutierten Moskito zusammen und kommen so mit einer Seuche in Kontakt, die von der nahegelegenen Absturzstelle eines Ufos ausgeht. An einem Campingplatz angekommen möchte sich das Pärchen nur noch entspannen und das Wochenende genießen, doch daraus wird nichts, denn die mutierten Mücken schwärmen das Gelände und töten die meisten Urlauber. Zu den Überlebenden gehören Megan und Ray, Ranger Hendricks (Ron Asheton) sowie die Bankräuber Earl (Gunnar Hansen) und sein Bruder Junior (Mike Hard). Zusammen mit dem Meteor-Experten Parks (Steve Dixon) kämpft die Gang nun in einem Wohnmobil ums Überleben, um der ungewöhnlichen Bedrohung zu entgehen, die ihre tödliche Reichweite in den Wald ausdehnt und dort Fischer, Rednecks und Touristen bis auf den letzten Tropfen Blut aussaugt.

Anstatt einfach nur Monster-Moskitos abzuliefern, ahmt Jones zunächst erstmal die Eröffnungssequenz von Das Ding aus einer anderen Welt (1982) nach, indem er einem außerirdischen Raumschiff folgt, das eine Bruchlandung auf der Erde hinlegt und es den Insekten in der Nähe ermöglicht, sich an den Überresten des „Piloten“ zu laben. Hierbei handelt es sich um das erste und einzige Stück offenkundiger Science-Fiction innerhalb der Handlung, die schnell in den Überlebensmodus wechselt und zeigt, wie jeder Charakter auf fürchterliche Art und Weise mit den Mücken in Kontakt kommt und sich recht schnell Panik im Park ausbreitet. Die Einführungssequenz ist schon mal gut gelungen und obwohl sich die schauspielerischen Leistungen eher auf der lahmen Seite befinden, scheinen die Persönlichkeiten der Figuren dennoch zufriedenstellend durch, indem eine bunt zusammengewürfelte Crew von Wissenschaftlern, Kriminellen und einem Parkwächter die Menschheit vor riesigen fliegenden Kreaturen rettet, die mit scharfen, verlängerten Saugrüsseln bewaffnet sind, die gierig in weiches, verfügbares Fleisch stechen wollen.

Mosquito gestaltet sich witzig, jedoch nie irritierend. Es handelt sich um ein augenzwinkerndes Unterfangen, das extremes Gemetzel bereitstellt, wobei man beobachten kann, wie die Kreaturen mit ihren Saugrüsseln Augen ausstechen und ein weibliches Gesäß durchbohren. Jones gelingt es dabei (zusammen mit seinen Co-Autoren Steve Hodge und Tom Chaney) das Gleichgewicht zwischen dem Makabren und dem Dämlichen zu halten, während er versucht den Streifen auch für diejenigen zugänglich zu machen, die normalerweise nicht nach einem Monster-Moskito-Feature suchen würden. Allerdings erweist sich die Aufmerksamkeit für das Ensemble als problematisch, da dessen Macken und laue Geplänkel zu oft dazu verwendet werden, um die Laufzeit zu verlängern, während die große Anzahl der Persönlichkeiten, die an der ganzen Sache beteiligt sind, von den eigentlichen Stars der Show ablenken. Offensichtlich hält das begrenzte Budget die Moskitos für einen Großteil des Flicks verborgen, doch Mosquito zeigt sich immer von seiner besten Seite, wenn es um die Angriffssequenzen der Monster geht, wobei eine Mischung aus Puppenspiel und Stop-Motion-Animation die Bedrohung zum Leben erweckt. Das alles gestaltet sich sehr amüsant und annehmbar blutig sowie weitaus fesselnder, als jeder Moment, in dem das Team über seine Überlebenschancen diskutiert.

Die Action kann als abwechslungsreich beschrieben werden, während sie unserem Grüppchen folgt, das versucht den Moskitos in einem Wohnmobil zu entkommen, sich in die Kanalisation flüchtet, um die Bedrohung mit Feuer abzuwehren und sich in einem verlassenen Haus (für den letzten Showdown) verkriecht. Jones zollt seinen Lieblingsfilmen Tribut (Alien II am meisten), wobei die Produktion nicht mit Insiderwitzen spart, so dass Earl (Gunnar Hansen) eine große Sache daraus macht, eine Kettensäge in die Hand zu nehmen, um sich für den letzten Kampf zu wappnen. Auch hier erweist sich die Action am attraktivsten, holt mit irren Visuals und panischen Performances das Beste aus dem Film heraus. Mosquito gestaltet seinen krönenden Abschluss äußerst explosiv und sorgt mit Overkill dafür, dass das Publikum zufrieden nach Hause geht. Die vorhandene aber völlig unnötige Aggression ist auch deshalb überflüssig, da die Bildschirmzeit, die einfachen Angriffssequenzen mit verschiedenen Spezialeffekten gewidmet ist, mehr als genug Spannung und visuelle Kuriosität transportiert. Der Film hat allerdings die unangenehme Angewohnheit, sich in banalen Diskussionen zu verzetteln, wobei Jones schon bewusst ist, dass die meisten Zuschauer den Film aussuchen, um die Gelegenheit zu haben riesige mutierte Mücken durch eine Kleinstadt randalieren zu sehen.

CMV-Laservision bringt Mosquito als Nr. 01/163 ihrer The NEW! Trash Collection in einer tollen DVD / Blu-Ray Combo Veröffentlichung heraus, die in einer roten Keep-Case-Doppelbox mit Wendecover erscheint. Auf der einen Seite das modernisierte The NEW! Trash Collection Design inkl. neuer Nummerierung, auf der Wendeseite das klassische Trash Collection-Design inkl. fortlaufender Nummer. Neue Titel reihen sich damit nahtlos in die bisherige Nummerierung ein. Diese Edition ist limitiert und auf 333 Stück durchnummeriert! Das Bild wird uns im 1,78:1 (1080p / anamorph) Format präsentiert und lässt keinen Raum zum Meckern. Der Ton bietet mit der deutschen und englischen zwei Spuren (DD 2.0), die angenehm zu hören sind. Hierfür können wahlweise deutsche Untertitel zugeschaltet werden.

Bonusmaterial:

– Audiokommentar von Christoph N. Kellerbach und Sam Freissler —> recht informativ sowie unterhaltsam

– umfangreiche Bildergalerie

– Programmtrailer

– animierte interaktive Menus

– Original Trailer

– Audiokommentar mit Regisseur Gary Jones, Kameramann Tom Chaney und Produzent David Thiry —> äußerst interessant und informativ

– Making Of „Bugging Out!“ (75:56, HD) —> eine umfassende und sehr unterhaltsame Dokumentation

– Deleted & Extended Scenes, mit Audiokommentar (7:20, SD)

– Behind the Scenes, mit Audiokommentar (40:22, SD) —> sehr interessant

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  • Seitenverhältnis:16:9 – 1.77:1, 16:9 – 1.78:1
  • Alterseinstufung: Freigegeben ab 18 Jahren
  • Regisseur: Jones, Gary
  • Laufzeit: 1 Stunde und 32 Minuten
  • Darsteller: Hansen, Gunnar, Asheton, Ron, Dixon, Steve, Loiselle, Rachel, Lovelace, Tim
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
  • Studio: ‎CMV-Laservision

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Die Screenshots stammen nicht von dieser Edition !!!

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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