The Limey

The Limey

The Limey ist ein Film Noir von Steven Soderbergh aus dem Jahr 1999 mit Terence Stamp in der Hauptrolle. Worum geht es? Der Engländer Wison (Stamp) wird aus dem Knast entlassen und macht sich in Los Angeles auf die Suche nach Eduardo (Luis Guzman), ein geläuterter Gauner, der ihm einen Brief geschrieben hatte, wie es zum Tod von Wilsons Tochter kam. Die kam offiziell bei einem Autounfall ums Leben und war augenscheinlich in Drogengeschäfte verwickelt. Das glaubt Wilson nicht. Daher knöpft er sich, unterstützt von der Ortskenntnis von Eduardo, in reichlich undiplomatischer Manier die Leute vor, mit denen seine Tochter zu tun hatte. Alle Spuren führen zu Terry Valentine (Peter Fonda), ein Hollywood Mogul mit Haus oben in den Hügeln… dass sie aneinander geraten ist nicht zu vermeiden, und von Wilson genau so gewollt…. mit so einem angepissten Engländer hat die Hollywood Mafia eben nicht gerechnet.

The Limey

Mit unter 90 Minuten ist Soderberghs The Limey reichlich kurz. Er kam mir vor wie ein später 90er Gangsterfilm, der so tut als wäre er ein früher 90er Gangsterfilm, mit dem Mitte-90er Look, dem groovigen Soundtrack und den Tarantinoesquen Settings und einer Prise Möchtegern-Noir. Das ganze geht halbwegs auf, dank der großartigen Performance von Stamp (ich würde sagen der ist so eine Art Prototyp für Jason Statham – Stoisch, Cockney, stur und tödlich). So in etwa. Soweit ich das nun verstanden hab, basiert der Film in vielen Teilen auf realen Charakteren, was das ganze interessant aber auch etwas abstrus wirken lässt.

The Limey

Mit Fonda gibt es einen für eine Noir in Hollywood recht typischen „Endgegner“, doch auch die Nebenrollen sind alle gut besetzt, darunter Barry Newman (Vanishing Point), Joe Dallesandro (Sugar Hill), Nicky Katt (Planet Terror) und einige andere bekannte Gesichter. Guzman ist ein guter Sidekick für Stamp, aber so richtig klar wurde mir Eduardos Motivation nicht. Was nervt an The Limey sind die Jump-Cuts, das Ganze ist sehr eigen geschnittene Filmerfahrung. Auch das sehr typisch für die Zeit, etwas experimentell und eigenwillig, aber aus heutiger Sicht einfach etwas nervig – und auch unnötig. Als Vergleich: Payback mit Mel Gibson kommt eigentlich (fast) völlig mit einer geradelinigen Erzählweise aus. Ich würde sagen: The Limey ist was für Soderbergh Fans, ich fand den Film wenig zugänglich, nicht sonderlich spannend und letztlich auch nicht interessant genug. Vergleiche mit Get Carter habe ich auch gelesen, finde ich aber unzutreffend. Der Film wird seine Fans finden, aber mich hat er nicht wirklich angesprochen.

The Limey

Der Film erscheint bei Koch Films in einer neuen BluRay-Edition (inkl. DVD auf der einmal das gleiche enthalten ist). Das Bild ist recht solide, nur nicht überragend. Sieht für einen Film von 1999 super aus. Der Ton (Deutsch und Englisch je DTS-HD 5.1, Englisch getestet) klingt gut, bietet auch ein Modikum an Räumlichkeit, die Dialogverständlichkeit ist nicht immer optimal. Es gibt Untertitel ebenfalls in beiden Sprachen. Dazu kommen eine ganze Menge Extras. Zwei Audiokommentare sind auf der BluRay enthalten. Der erste ist mit Soderbergh und Drehbuchautor Lem Dobbs und recht unterhaltsam, sowie sehr detailliert. Er ist vielleicht etwas „too much“, aber für Soderberg Fans vielleicht echt coole Hardcore-Ware. Wenn man den Film mag kann man hier schon recht tief einsteigen. Der andere Audiokommentar ist ein Ensemble-Kommentar mit Stamp, Fonda, Warren, Newman, Dallesandro, Soderbergh und Dobbs gleichzeitig. Aber er ist irgendwie ein bischen querfeldein und klingt stellenweise nach einem Zusammenschnitt. Man hätte den wohl moderieren lassen sollen. Insgesamt geht es hier sehr oft gar nicht direkt um das was man im Bild sieht. Insgesamt ist er aber sehr informativ und es sind viele interessante Anekdoten dabei. Es gibt eine Spur mit isolierter Filmmusik, die bei dem Film ja schon ziemlich gut ist, mit den ganzen darüber gesprenkelten Popsongs. Der „Blick hinter die Kulissen“ ist 7 MInuten lang und bietet einen kleinen Blick in die Dreharbeiten. Es folgen einige Interviews mit Cast und Crew sind insgesamt 12 Minuten lang. Stamp, Lesley Ann Warren, Peter Fonda, Luis Guzman, Amelie Heinle, Soderbergh sowie die Produzenten wurden am Set interviewt. Außerdem gibt es Trailer und Tv-Spots sowie Bildergalerie

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The Limey BluRay

Die BluRay wurde uns freundlicherweise von Koch Films zur Verfügung gestellt.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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