Trauma / Violación Fatal

Daniel, ein Schriftsteller, der Abgeschiedenheit sucht, um an seinem neuen Buch zu arbeiten, ist in einer ländlichen Pension gestrandet, die von einer seltsamen und prüden jungen Frau und ihrem kranken, an den Rollstuhl gebundenen Ehemann geführt wird, der den ganzen Tag in seinem Zimmer eingeschlossen bleibt. Als jedoch die Nacht hereinbricht, beginnt ein psychotischer Mörder mit Rasiermesser die Pension heim zu suchen und die Kehlen der sexgierigsten Gäste brutal zu zerschneiden, deren Körper und Gepäck am nächsten Morgen auf mysteriöse Art und Weise verschwinden … (Vinegar Syndrome)

Trauma stellt einen späten Eintrag in der Karriere des spanischen Horror-Regisseurs Leon Klimovsky dar. Wie bei Una libélula para cada muerto (Todeskreis Libelle, 1975) und Los ojos azules de la muñeca rota (Blue eyes of the broken doll, 1974) handelt es sich hier um einen Giallo mit spanischem Thema. Leon Klimovsky ist für seine Low-Budget-Horrorfilme bekannt, weswegen dieser solide Thriller ein ziemlich ungewöhnliches Werk in seinem Oeuvre und auch einen seiner weniger bekannten Streifen repräsentiert. Obwohl Violación Fatal nicht sehr originell geraten ist und sich stark an Filmen wie Hitchcocks Psycho oder sogar dem coolen spanischen Horror-Thriller Una Vela Para el Diablo (Die Saat der Angst, 1973) orientiert, gestaltet er sich dennoch ziemlich aufregend und sorgt für einige beängstigende Momente. Die Mordszenen werden im italienischen Giallo-Stil präsentiert und, obwohl einfach gehalten, ziemlich blutig inszeniert. Die unbekannte Besetzung ist nicht als erstklassig zu bezeichnen, versteht es allerdings solide Leistungen zu bieten. Das Ende des Films kann als ein bisschen irritierend beschrieben werden und teilt dem Publikum in gewisser Weise alle wichtigen Informationen mit. Alles in allem ist Violación Fatal zu den kleinen, interessanten Thrillern für Liebhaber europäischer Horror- und Thriller-Filme zu zählen.

Die Kulisse bildet das ländliche Spanien und eine etwas heruntergekommene Pension, die von den üblichen Eigenbrötlern bewohnt wird, darunter ein Schriftsteller und zwei sexuell attraktive Paare (nun, es waren die 70er Jahre). Es dauert nicht lange, bis eine Reihe von brutalen Rasiermesser-Morden beginnt, wobei sich der Betrachter fragt, wer wohl dafür verantwortlich sein könnte. Obwohl man sich das gar nicht erst fragen muss, denn die Identität des Mörders ist von Anfang an offensichtlich, was den Unterhaltungswert des Films allerdings nicht beeinträchtigt. Es folgen brutale Morde, Rückblenden der Gewalt und ein ruhiges Tempo. Der große Bonus hier ist Klimovskys vorbildliche Regieführung, da er seine Filme trotz geringer Budgets immer fantastisch aussehen lassen konnte. Eine Abfolge effektiver Einspielungen und eine nachdrücklich zurückhaltende Musik verleihen dem gesamten Film eine unheimliche Atmosphäre. Die Fotografie ist gut genug, um die Dinge trotz des langsamen Tempos und des Mangels an Action interessant zu gestalten. Der Gore-Faktor ist zwar als ein wenig minderwertig zu bezeichnen, der Film fühlt sich jedoch trotzdem sehr brutal an, während der Höhepunkt des Wartens wert ist.

León Klimovskys (La orgía nocturna de los vampiros / The Vampire’s Night Orgy, 1973) Trauma alias Violación Fatal ist ein befriedigend trashiger spanischer Low-Budget-Giallo, der versehentlich auch als einer der frühesten Proto-Slasher des Landes gilt. Der Streifen ist gespickt mit überflüssigem Sex und Nacktheit sowie blutigen Morden. Außerhalb Spaniens kaum veröffentlicht, präsentiert Vinegar Syndrome Trauma auf Blu-ray, in einer brandneuen 2K-Restaurierung seines Kameranegativs und in der längsten Version, die jemals auf Heimvideo präsentiert wurde.

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Directed by: León Klimovsky
Starring: Ágata Lys, Heinrich Starhemberg, Ricardo Merino, Isabel Pisano
1978 / 87 min / 1.85:1
• Region Free Blu-ray
• Newly scanned & restored in 2k from its 35mm original negative
• Original Spanish language sound with newly translated English subtitles
• Historical commentary track with European cult cinema author Troy Howarth
• Promotional image gallery

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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