Das Grauen kommt um Zehn

When a Stranger Calls (Das Grauen kommt um Zehn) ist ein Horrorfilm von Fred Walton aus dem Jahr 1979.

Jill (Carol Kane) arbeitet eines Abends bei der Mandrakis Familie als Babysitter, während die Eltern (Rutanya Alda und Carmen Argenziano) ausgehen. Während sie nebenher lernt bekommt sie bedrohliche Anrufe. Sie beginnt sich Sorgen zu machen und ruft die Polizei (Lt. Garber, gespielt von Ron O’Neal, beruhigt sie). Etliche Anrufe später teilt man ihr mit, die Anrufe kämen von innerhalb des Hauses. Als die Polizei, u.a. Sgt. Clifford, eintrifft, ist es zu spät. Sieben Jahre später ist der selbe John Clifford (Charles Durning) nun Privatdetektiv; der Mörder Duncan (Tony Beckley), den man damals für verrückt erklärt hatte und in ein Irrenhaus gesteckt hat, ist ausgebrochen. Der verbitterte Vater Mandrakis (Argenziano) heuert ihn an, den Mörder seiner Kinder zu finden. Der streunt mittlerweile durch dir Stadt und drangsaliert Frauen, darunter Tracy (Colleen Dewhurst). Die erklärt sich bereit dazu, mit Clifford zusammen zu arbeiten, der den Psychopathen zur Strecke bringen möchte…. Am Ende des Films sieht man wieder Jill in der Vorstadt mit ihren zwei Kindern, Jahre später ist die Welt in Ordnung. Sie verlässt mit ihrem Mann das Haus um Essen zu gehen, und lässt die Kinder mit einem Babysitter zurück….. dann klingelt das Telefon….

When a Stranger Calls ist in gewisse Weise ein großartig atmosphärischer Horror-Thriller. Als Anthology-Film angelegt in einer Drei-Episoden-Struktur, schwächelt er allerdings ein bisschen in der Balance. Das haben seine Remakes dann ein wenig besser gemacht, die haben die „home invasion“ Komponente konsequent besser ausgeschlachtet. Was den Film auszeichnet ist der subtitle Horror in einer Atmosphäre von Unwohlsein, die den ganzen Film durchzieht, ohne dass daraus ein voll ausgegorener Psychothriller wird. Das heißt nicht, dass es ein familientauglicher Film ist, aber man sollte sich hier kein Halloween erwarten, oder gar sowas krankhaft schräges wie Knock Knock. Gleichwohl ist es einer der prototypischen frühen Vertreter des Genres, inspiriert von den großen Vorbildern von Carpenter und Co, aber mit einem eigenen kreativen Touch.

Handwerklich bleibt der Film dabei konventionell und minimalistisch. Wenige Locations, keine großen Effekte, kein Splatter, keine ausgefallene Kamera-Arbeit. Kane und Co dürfen kreischen, verzweifeln und zittern, der Killer darf eklig und anonym sein, richtig komplex wird das ganze nicht. Es ist eine reine Zitterpartie ohne wirkliche Tiefen. Der Film lebt von der grausligen Vorstellung, dass es jeden treffen könnte, und schlachtet dieses Motif vollends aus – effizient und effektiv zugleich. Letztlich entwickelt man dann als Zuschauer so etwas wie Schadenfreude, da man zum einen erwartet und weiß was passiert, und zum anderen sich freut wenn es dann soweit ist, und man natürlich unterhalten werden möchte. Der reinste Voyeurismus.

Es gibt ja auch ein Remake des Films von 2006 mit Camille Bell in der Hauptrolle (habe ich leider noch nicht gesehen, gibt es derzeit auf Netflix), zu dem die Meinungen recht auseinander gehen, das sich aber in erster Linie mit der Story beschäftigt, die hier nur etwa 20 Minuten am Anfang und die letzten am Schluss einnehmen. Außerdem gibt es von 1993 auch noch eine Fortsetzung, allerdings als TV-Film. Carol Kane darf da ihre Rolle erneut aufgreifen. Die Kane Sequenzen im Original sind übrigens ein Remake von The Sitter, dem eigenen Kurzfilm von Fred Walton aus dem Jahr 1977. Die Prämisse allerdings, so sagt man, ist eigentlich von dem Mario Bava Film Das Telefon (hier unsere Kritik dazu).

Die BluRay im Pappschuber liegt leider schon eine ganze Weile bei mir und hat schon einige Jahre auf dem Buckel, aber manchmal dauert es ewig bis man sich zu einem Film durchringt. Die Scheibe bietet sehr gutes Bild mit satten Farben und soliden Kontrasten. Der Ton (Deutsch und English, letzteres getestet, beide LPCM 2.0) klingt sehr gut, es gibt allerdings keine Untertitel. An Extras gibt es nur ein kurzes Booklet mit einem kleinen Essay zum Film, sowie Trailer und Bilder. Das ist natürlich ein wenig mager.

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Die BluRay wurde uns freundlicherweise von Explosive Media zur Verfügung gestellt.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info, TripleFeatureFoundation.org und FuriousCinema.com

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