Die rote Schlinge

Die rote Schlinge (Originaltitel The Big Steal) ist ein Film Noir Klassiker von Don Siegel (The Lineup) aus dem Jahr 1949.

Mehrere Charaktere sind in Mexiko hinter dem Schurken Jim Fiske (Patric Knowles) her. Darunter Duke (Robert Mitchum), Jims Freundin Joan (Jane Greer) und ein Offizier der US Armee (William Bendix). 300 Tausend Dollar fehlen Duke und Jim scheint diese veruntreut zu haben. Kompliziert wird die Sache, weil Duke sich kurzzeitig als der Armee-Ermittler ausgibt, Joan ihm erst gar nicht traut, aber dann einsieht dass Jim sie hintergeht, und letztlich wäre da noch der örtliche Polizeichef Ortega (Ramon Novarro), somit jagen alle einander und am Ende ist man nicht mehr sicher wer Jäger und wer gejagter ist, und wer das Geld hat, und warum. Ein Katz und Maus spiel, wie der Polizeichef es treffend beschreibt: Die schlaue Katze lässt eine Maus entkommen, weil die sie zu der ganzen Mäusefamilie führt.

Regielegende Don Siegel (Charlie Varrick) etablierte mit The Big Steal die ersten Züge seines Stils, man sieht vor allem bei den atemberaubenden Verfolgungsjagden sein Gefühl für Rythmus, und die Chemie zwischen Greer und Mitchum ist natürlich glorreich. Wie Professor Jewell im Audiokommentar recht gut darlegt, leidet der Film ein wenig unter den vielen Pfuschereien die der Film hatte erdulden müssen. Das Drehbuch war recht progressiv, mit einer Dosis frecher Erotik, Gewalt und derber Sprüche. Die Zensoren hatten damit ihre Freude, und heraus kam ein löchriges Sieb. Man erkennt die Frische des Films und die Ambitionen der Geschichte, aber wie Jewell darlegt, man merkt auch dass hier einiges nicht super logisch ist, und vieles etwas mehr Tiefe haben könnte. Das sieht man vor allem an der Laufzeit von nur 71 Minuten.

Mitchum und Greer hatten ihre wahre Freude an dem Abenteuer, und auch viele der Nebencharaktere sind glänzend besetzt. Der Film kommt mit einem Schuss Lost in Translation daher, das ist wichtiges Element des Films. Die Gringos die sich südlich der Grenze aufführen als wären sie zu hause, aber sprechen die Sprache nicht und kommen ohne Hilfe gar nicht voran. Dieser kulturelle Aspekt zieht sich durch den Film, und wird neben der Verfolgungsjagd zum vordergründigen Motif des Films. Was etwas in den Hintergrund gerät aufgrund des löchrigen Skripts sind die Motive, Interessen und Verstrickungen der Charaktere. Insgesamt kann man Don Siegel aber wenig Vorwürfe machen, er fährt hier ein erstklassiges Abenteuer auf, das bis zum Schluss Spaß macht.

Die DVD ist Nummer 25 der Film Noir Reihe von Koch Media. Man kann den Film im Originalton oder der deutschen Synchro gucken, optional gibt es englische, aber leider keine deutschen, Untertitel. Die Tonqualität ist völlig in Ordnung, das Bild ebenso, aber so ein Klassiker hätte natürlich auch noch eine kleine Spur besser aussehen könnten.

Einige Extras liegen der DVD bei. Die alte Farbversion, die damals ohne Zutun der Filmemacher fürs TV angefertigt wurde; ein kleines Making of (4min) das wohl als Intro für eine Ausstrahlung im TV gemacht wurde, interessant aber nicht weltbewegend; der englische Trailer und am Ende eine Bildergalerie. Der UCSC Filmhistoriker Richard R. Jewell bietet in einem sehr spannenden Audiokommentar einen unglaublich detaillierten Einblick in den Film und seine Entstehungsgeschichte und warum er nur knapp 70min lang ist und teilweise wenig Sinn macht. Den Audiokommentar ist also absolut Pflicht für alle die sich genauer für den Film interessieren, aber man darf sich nicht den gesprächigsten Kommentar vorstellen.

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Die DVD wurde uns freundlicherweise von Koch Media zur Verfügung gestellt.

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Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info, TripleFeatureFoundation.org und FuriousCinema.com

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