Extremities

Extremities ist eine Theaterverfilmung von Robert M. Young aus dem Jahr 1986 mit Farah Fawcett und James Russo in den Hauptrollen.

Marjorie (Fawcett) lebt mit zwei Freundinnen in einem gemütlichen Häuschen im Grünen. Auf dem Heimweg von der Arbeit wird sie eines Abends von einem vermummten Angreifer überrascht der sie anschließend versucht sie zu vergewaltigen. Marjorie kann fliehen, gelangt aber an ihre Geldböse, und damit auch an ihre Anschrift. Von der Polizei wird sie im Stich gelassen, da es an Beweisen fehlt, also passiert was sie befürchtet: er sucht sie heim als ihre Mitbewohnerinnen unterwegs sind. Der Täter, jetzt ohne Maske ganz ungeniert, entpuppt sich als Joe (Russo), ein krankes Arschloch der sie drangsaliert, demütigt und sich über sie her macht. Sie kann sich wehren un ihn außer Gefecht setzen und festhalten. Als die anderen nach Hause kommen entbrennt ein Streit darüber wie man mit dem Angreifer umgehen soll…. Marjorie hatte bereits ein Loch im Garten gebuddelt….

Was am meisten hängen bleibt ist die Tatsache, dass Extremities letztlich sehr kurz ist mit seinen etwa 86 Minuten. Regisseur Young hängt sich nicht groß an Details auf, auch scheint er wenig Interesse an einer echten Rape-and-Revenge-Story zu haben, sofern man das als glaubwürdiges Genre akzeptieren möchte. Während Fawcett wirklich glänzt, lässt Russo den fast schon peinlichen 80er Schauspielerstil von der Stange, aber ein richtiges Duell auf Leben und Tod kommt dann ebenso wenig raus (auch wenn es intensiv wirkt) wie eine richtige Katharsis.

Der Film verbringt viel Zeit damit, die Story aufzubauen und Young (der jetzt auch nicht wirklich Filme auf dem Buckel hat die einem bekannt vor kommen sollten) zeigt hier sein Geschick als Kontext-Architekt. Die ganze erste Hälfte des Films ist eigentlich wirklich gut, bis er dann zum Punkt kommt. Dann lässt der Film rapide nach und weder der Home-Invasion-Teil (auch das ja fast schon ein Subgenre) noch die versuchte Vergewaltigung noch die anschließende Rache ist wirklich mehr als nur halbgar, und der Film ist vorbei wenn man als Zuschauer nochmal ein Fünkchen Hoffnung hegt, dass es doch noch zur Sache geht.

Tut es leider nicht. Extremities bleibt einen wirklichen Film schuldig und kann seine Theater-Ursprünge weder verbergen noch ab der zweiten Hälfte wirklich überwinden. Das Spiel der Gewissenskonflikte ist zwar interessant, führt aber ins Nirgendwo. Fürs Kino braucht es aber mehr als nur eine Dosis Moral und eine gute Lead Performance, es braucht tatsächliche Substanz. Was ist denn nun hier die Story? Dass sie am Ende doch die Polizei anrufen, alle im Knast landen und der arme Kerl Monate später Rache nimmt? Irgendwie nicht so ganz das Wahre. Sehenswert? Ja vielleicht, aber nicht zwingend.

Die BluRay gibt ein solides Bild ab und der Ton (Deutsch oder Englisch) ist auch völlig in Ordnung. Es ist im wesentlichen ein recht subtiler Film ohne viele Locations und ohne viel Action, man darf also nicht zu viel erwarten. Den 80er Look kann der Film natürlich auch nicht abschütteln, die BluRay wird all dem gerecht und ist qualitativ astrein. Untertitel gibt es ebenso auf Deutsch oder Englisch. Extras sind leider mager, es gibt nur Trailer und Bilder.

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Die BluRay wurde uns freundlicherweise von Koch Films zur Verfügung gestellt.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info, TripleFeatureFoundation.org und FuriousCinema.com

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