Farben der Leidenschaft / Miindo / Portrait of a Beauty

Farben der Leidenschaft ist eine erotische Adaption des südkoreanischen Bestsellerromans Painter of the Wind. Das 2008 erschienene Historiendrama unter der Regie von Jeon Yun-su erzählt die Geschichte der jungen Kunststudentin Yun-jeong (Kim Min-sun), die sich unter dem Pseudonym Hyewon und als Mann verkleidet inmitten ausschließlich männlichen Mitschülern der königlichen Kunsthochschule ihren Weg nach oben hart erkämpfen muss.

Yun-jeongs Vater Shin Han-pyeong, ein angesehener Hofmaler im Ruhestand, hat alle Hoffnung in seinen Sohn gesteckt, der in seine Fußstapfen treten soll. Nach dem dieser allerdings, Mangels an Talents, Selbstmord begeht, sieht Shin keinen anderen Ausweg als seine Tochter Yun-jeong an die Kunsthochschule zu schicken um somit das Ansehen der Familie weiterhin aufrecht zu erhalten. Da die Malerei (wie so viele andere Berufe auch) im Korea des 18. Jahrhunderts ausschließlich ein männliches Privileg war, sieht sich Shin gezwungen seine Tochter als Mann auszugeben.

Yung-jeong, bzw. Hyewon genießt an der Kunsthochschule einen guten Ruf und ihr Meister Kim Hong-do (Kim Young-ho) ist ebenfalls mehr als zufrieden mit seiner Studentin. Als Yung-jeong eines Tages den Spiegelmacher Kang-mu (Kim Nam-gil) (Memoir of a Murderer 2017) kennenlernt, der sie zu einer erotischen Szenerie führt, die ihr als Motiv für ein neues Bild dienen soll, fangen sich die Dinge für sie plötzlich an zu verändern. Sie hat endlich ihren eigenen Stiel gefunden und beginnt von da an im Geheimen erotische Bilder zu malen. Als eines dieser Bilder eines Tages, während einer seiner Visiten in der Schule, in die Hände des Königs gelangt, bringt Yung-jeong den gesamten Stab und allen voran ihren Meister in Verruf. Kang-mu, der Hyewons Maskerade durchschaut hat fängt sie aber immer wieder auf und die beiden verlieben sich in einander. Aber auch Meister Hong-do ist hinter ihr Geheimnis gekommen und auch er hat sich in Yun-jeong verliebt. Als die Konkubine Seol-hwa (Choo Ja-hyun), eine frühere Geliebte von Hong-do von dessen Liebäugelei mit seiner Schülerin erfährt und anfängt Hong-do und Kang-mu gegeneinander auszuspielen nimmt die Katastrophe ihren Lauf.

Farben der Leidenschaft erinnert ein wenig an Mulan, nur ohne Krieg, dafür aber mit viel nackter Haut. Genau wie besagte Disney Prinzessin muss auch Yun-jeong ihre Weiblichkeit verbergen um in einer von Männern dominierten Welt ihr Talent ausleben zu können. Auch wenn sie dies natürlich nicht aus freien Stücken heraus macht. Nachdem sie ihren eigenen Stiel entdeckt hat und die konservative koreanische Malerei mit der Ästhetik von nackten Menschen erweitern will kommt natürlich direkt die Prüderie-Keule der Ältesten aus dem Sack geflogen (Die gerne für den Rest der Menschheit Tiger und Blumen malen würden) und versucht diese Progression mit allen Mitteln zu unterbinden. Denn natürlich gibt es, vor allem für den Mann, keine schrecklichere Vorstellung als die öffentliche Darstellung einer nackten Frau. In einer Szene, als Yung-jeong und Kang-mu zum ersten mal Sex haben, beobachtet Yung-jeong einen Vogel der nach jahrelanger Gefangenschaft aus seinem Käfig entflieht und in die Freiheit fliegt. Und auch Yung-jeongs Männerkostüm symbolisiert eine Art Käfig der stellvertretend für die sexuelle Unterdrückung der Frau steht, die in Süd-Korea bis in die 1990er Jahre bestand und in anderen Kulturkreisen leider auch in der heutigen Zeit noch ein zentrales Thema darstellt.

Allerdings wird diese Gesellschaftskritik hier leider nur oberflächlich behandelt und hätte etwas mehr Tiefgang benötigt. Ansonsten haben wir hier eine typische „Lügen, Sex und Intrigen Story“ die aber mit einem wunderschönen Setting und atemberaubenden Kulissen daherkommt. Im Letzten Drittel des Films zieht der Film dann aber in Sachen Spannung nochmal ordentlich an und wird den ein oder anderen Zuschauer mit einem flauen Gefühl aus dem Fernsehsessel entlassen. Die Erotik kommt hier nur sparsam zum Einsatz, wurde dafür aber sehr ästhetisch und kunstvoll umgesetzt.

Das ist natürlich auch den wunderschönen Darstellerinnen Kim Min-sun (Five Senses of Eros 2009) und Choo Ja-hyun (The Boundary 2014) zu verdanken. Die Südkoreaner haben anscheinend einen Narren an erotisierten Historienfilmen gefressen und auch wenn Farben der Leidenschaft nicht an Meisterwerke wie Die Taschendiebin (2016) herankommt ist er trotzdem eine Bereicherung für die K-Film Sammlung und wieder einmal eine gelungene Veröffentlichung aus dem Hause Busch Media Group.

Bei Amazon kaufen oder streamen

  • Seitenverhältnis: ‎16:9 – 2.35:1
  • Alterseinstufung: ‎Freigegeben ab 16 Jahren
  • Regisseur: ‎Jeon Yun-su
  • Medienformat: ‎Breitbild
  • Laufzeit: 1 Stunde und 44 Minuten
  • Darsteller: Kim Min-sun, Kim Young-ho, Kim Nam-gil, Chu Ja-hyun
  • Untertitel: ‎Deutsch
  • Sprache: ‎Deutsch (DTS-HD 5.1), Koreanisch (DTS-HD 5.1)
  • Studio: Busch Media Group

Diese Blu-Ray wurde uns freundlicherweise von Busch Media Group zur Verfügung gestellt.

Busch Media Group gibt es auch auf Facebook

Mike

Mike ist leidenschaftlicher Teilzeitcineast und hat sich auf die freizügigere Art des Bahnhofskinos spezialisiert. Von Porn Chic und dem Pinku Eiga der 70er bis hin zum aktuellen erotischen Kinos nimmt er die verruchtesten Filme unter die Lupe.

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.