Feuertaufe (Between Heaven and Hell)

Feuertaufe

Im Kriegsfilm Between Heaven and Hell (hierzulande als Feuertaufe bekannt) ist Robert Wagner – wie man in Rückblenden erfährt – Sam Gifford, ein wohlhabender Baumwoll-Unternehmer, auf dessen Großbesitz in den Südstaaten jede Menge arme Pächter für ihn schuften. Als sein Batallion der Nationalgarde, das von seinem Schwiegervater geleitet wird, zum Kriegsdienst einberufen wird, findet sich der eher rücksichtslose Geschäftsmann plötzlich im Südpazifik wieder. Eine Situation in der es plötzlich keine große Rolle mehr spielt wo man herkommt, wenn erstmal die Mörser um einen einschlagen. Er schlägt sich zunächst recht wacker, und schafft es unter dem Kommando eines Bekannten auch zum Sergeant, doch ein Zittern macht ihm zu schaffen. Nachdem sein Schwiegervater Colonel Cousins (Robert Keith) von einem Scharfschützen getötet wird, verliert er durch einen schrecklichen Vorfall alle seine Kameraden – allesamt Pächter auf seinem Anwesen. Schwer gebeutelt kommt er gerade mal so am Kriegsgericht vorbei (weshalb erfahren wir dann in Rückblenden), und wir zu einem Außenposten versetzt, wo sich ein ebenfalls abgewrackter Kommandeur der sich nur Waco nennt (Broderick Crawford) mit nur halbem Ernst seinen Dienst erfüllt. Als Japaner sich den Außenposten nähern, muss Gifford beweisen ob er das Zeug zum Kriegshelden hat.

Feuertaufe (Between Heaven and Hell)

Am Ende hat Gifford übrigens ein paar Leute um sich rum, zu denen auch Ken Clark (Mission Bloody Mary) und Mark Damon (Ringo mit den Goldenen Pistolen, Das Boot) gehören, damals noch unbekannte Gesichter, später richtige Stars. In weiteren Nebenrollen sieht man Buddy Ebsen, Terry Moore als Giffords Frau, Brad Dexter, Skip Homeier, LQ Jones (Sierra Charriba) und sogar Scatman Crothers. Insgesamt kein Staraufgebot, auch Wagner selbst war zwar eine heiße Nummer damals aber jetzt auch kein Burt Lancaster, aber doch eine bis in die Details sehr gute Besetzung, vor allem Ebsen dominiert am Ende als Giffords Kamerad Willie.

Feuertaufe (Between Heaven and Hell)

Ich fand den Film unglaublich fesselnd, gut geschrieben und interessant. Angefangen von der sozioökonomischen Zutat, und dem interessanten Kontext dass Gifford letztlich eine alte aristokratische Welt repräsentiert, aber in einem Umfeld indem das eigentlich keine große Rolle mehr spielt (abgesehen davon dass Klassenherkunft durchaus große Auswirkungen darauf hatte, welchen Rang man wie einfach/schnell erreichen konnte). Aber dazu kommt noch eine weitere Zutat: Gifford hat, was man damals noch „battle fatigue“ oder „Shellschock“ nannte: PTSD. Wenn die Kugeln fliegen hält ihn zwar sein Adrenalin noch zusammen, aber dann bekommt er krämpfe und zittert. Diese Darstellung war in den 50ern noch nicht immer normal. Der Film gleicht das aber mit ordentlichen Mengen Action und Heldentum wieder aus.

Feuertaufe (Between Heaven and Hell)

Am Anfang irritieren die vielen Rückblenden, die einmal Giffords Herkunft und Beziehung zu seiner Frau zeigen, und dann die Hintergründe für seinen Gemütszustand und Demontierung, doch das macht dann am Ende viel Sinn und den Charakter sehr rund. Überhaupt ist der Film ja kein Actionfilm (nur zwischendurch gibt es einige, sehr gut gemachte, Gefechtsszenen) sondern eine Charakterstudie. Regisseur Richard Fleischer (Mr Majestyk, Soylent Green, Tora! Tora! Tora!) hat hier meines Erachtens einen zu Unrecht oft wenig beachteten aber ausgezeichneten Kriegsfilm geschaffen, von dem ich hochgradig positiv überrascht wurde.

Feuertaufe (Between Heaven and Hell)

Die BluRay von Explosive Media bietet außer Trailer und einer Bildergalerie keine Extras – leider. Die Bildqualität ist gut, aber es ist eine farblich etwas blasse Präsentation (wobei der Film aus Grau- und Olivtönen besteht). Das Bild ist nicht ganz Schaden- und Flackerfrei aber sieht insgesamt echt solide aus. Der Ton ist ebenfalls in Ordnung, aber man muss sich eine Weile an die etwas schlechte Dialogverständlichkeit gewöhnen. Alternativ kann man auch die Synchronfassung sehen. Untertitel gibt es auf Deutsch und Englisch.

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Die BluRay wurde uns freundlicherweise von Koch Films zur Verfügung gestellt, in deren Vertrieb der Titel erscheint.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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