Monte Walsh

Monte Walsh ist ein Spätwestern von 1970 unter der Erstlingsregie von William A. Fraker (dem Kameramann von Bullitt). Lee Marvin spielt die Romanfigur Monte Walsh, eine Rolle die später für eine TV-Verfilmung nochmal von Tom Selleck gespielt wurde. Vom Roman stark abweichend ist es anfänglich eher eine Buddy-Komödie, dann ein tragischer Abgesang auf das Cowboy Leben.

Der Film handelt von den alternden Cowboys Monte Walsh (Marvin) und Chet Rollins (Jack Palance), die sich durch den sich modernisierenden Westen jobben, und letztlich froh sind, dass der alte Rancher Cal Brennan (Jim Davis) sie noch anheuert. Auf dessen Ländereien merkt man aber schon den Zahn der Zeit, beziehungsweise die zwei technischen Errungenschaften die letztlich das Ende des Cowboytums bedeuteten: Der Stacheldraht und die Eisenbahn. Monte kehrt öfter in der Stadt ein bei der Prostituierten Martine (Jeanne Moreau). Zwar leidet die an Tuberkolose, aber dennoch schmiedet er mit ihr Zukunftspläne. Auch Chet hat eine Geliebte in der Stadt, und platn zu heiraten. Unter den Cowboys auf der Brennan Ranch dünnt es sich aus. Brennan muss die jüngsten Helfer entlassen, darunter auch Shorty (Mitchell Ryan). Der kriegt sein Leben nicht mehr auf die Reihe und nietet zusammen mit den anderen einen US Marshall um, die Gewalt greift um sich. Verzweiflung und Veränderung packen hart zu… es gibt Tote….

Monte Walsh

Ich muss zugeben, meine Erwartungen an Monte Walsh waren relativ hoch. Starbesetzt, gutes Budget, und irgendwie hatte ich viel gutes gelesen. Da enttäuschten mich letztendlich zwei Dinge am meisten: dass die erste Hälfte des Films eine Buddy Komödie ist einerseits, und dass der Film auch in der zweiten Hälfte nicht so recht weiß ob düsteres Drama oder lockeres Westernabenteuer. Es ist zwar witzig mit anzusehen wie Walsh beim zureiten eines wilden Schimmels die halbe Stadt in Schutt und Asche legt, aber das gehört in eine Klamotte, nicht in ein ernstes Drama. Hier offenbaren sich die Schwächen des Genres, dessen Spätphase mit Filmen wie Monte Walsh eingeläutet wurden: Man wusste nicht mehr so recht was funktioniert. Michael Cimino brannte mit Heaven’s Gate so United Artists nieder. Auch der Italowestern war 1970 schon vorbei. Peckinpah drehte mit The Wild Bunch an der Gewaltspirale.

Monte Walsh

Was an dem Film schön ist, sind wahrlich die involvierten Leute. Nett Bob Hopkins in einer Nebenrolle zu sehen, und einen gut gelaunten Jack Palance (Il Mercenario), und Jeanne Moreau in ihrer ersten US Rolle. Die Regiearbeit ist ansonsten solide, es mischen sich schöne Aufnahmen mit unterhaltsamen Actionszenen. Die Musik schwankt etwas zwischen tragend und heiter (wie auch der Film selbst). Die Dialoge sind gut geschrieben, und Lee Marvin rockt den Film natürlich ohne Ende. Dieser kann nur leider nie den Anspruch erfüllen den das Thema des Films selbst aufspannt. Der Abgesang auf das Cowboytum beispielsweise funktioniert in Kevin Costners Open Range perfekt, und auch in Patt Garret and Billy the Kid könnte man behaupten. Hier funktioniert es nur bedingt, Monte Walsh bleibt extrem unausgeglichen. Was nicht heißen soll dass der Film nicht unterhaltsam ist, im Gegenteil. Ich kann ihn Westernfans sehr empfehlen.

Monte Walsh

Die BluRay bietet eine solide Neuabtastung des Bildes, offenbart hier aber einige Schwächen bei Schärfe, zeigt leichtes Bildflackern und Edge Enhancement. Insgesamt ist das Bild aber ziemlich gut. Problematisch ist leider der Ton, die Englische Tonspur (Deutsch nicht getestet) kratzt ziemlich stark, das macht laute Szenen oft unangenehm und viele Dialoge etwas schwer verstehbar, daher ist es umso mehr misslich, dass keine Untertitel enthalten sind. Hier wäre es schön gewesen besseres Tonmaterial zu haben, es trübt den Gesamteindruck stark. An Bonusmaterial gibt es nur den Trailer, eine Bildergalerie und einige Western Trailer aus dem Hause Explosive Media, und letztlich eine klitzekleines Booklet mit zwei Seiten Hintergrundaufsatz zum Film.

Insgesamt ist Monte Walsh ein essentieller Genreeintrag und mit Beginn des Spätwestern sogar ein wirklich filmhistorisch wichtiger Film, der zwar inhaltlich sehr unausgeglichen daher kommt, aber grundsätzlich gut gemacht ist und unterhalten kann. Das Duo Marvin und Palance hätte man gerne öfter gesehen.

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Monte Walsh BluRay

Die BluRay wurde uns von Explosive Media bereitgestellt. Der eine verwendete Screenshot entstammt der US BluRay (Quelle).

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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