Mafia Inc.

Mafia Inc.

Mafia Inc. ist ein kanadischer Gangsterfilm von 2019. Regie Daniel Grou (u.a. die Serien Vikings, Cardinal und 19-2)

Der pate der italienischen Mafia in Kanada, Frank Paterno (Sergio Castellitto) schmiedet einen großangelegten Ausstieg aus dem illegalen Geschäft. Milliarden Dollar will er waschen durch die Invesition in einen Brückenbau zwischen Sizilien und dem Festland, ermutigt durch eine vermeintliche neue stabile und dem Geschäft wohlgesonnene Regierung unter einem damals neuen Premierminister Berlusconi. Paterno befriedet die Situation zwischen den diversen Clans und Unterweltorganisationen, Iren, Biker, und so weiter, und beginnt, seine größeren Investitionssummen nach Italien zu schieben, die er vorher von griechischen Investoren anlegen hat lassen. Während dieses Projekt läuft, arbeitet sich Vince Gamache (Marc-André Grondin) seit je her bester Jugendfreund von Franks Sohn Giaco (Donny Falsetti) und Sprössling des Mafia-Haussschneiders Henri (Gilbert Sicotte), in der Organisation hoch. Doch er zieht einen so brutalen Coup durch, dass er alles gefährdet, und landet so selbst auf der Abschussliste…. mit fatalen Konsequenzen.

Zunächst einmal ist Mafia Inc. natürlich kein Goodfellas, und auch die Besetzung hat mich wahrlich nicht überzeugt. Die Story allerdings ist spannend und interessant, ein von brutalen Einzelvorfällen eingerahmtes Familiendrama mit einem Hauch von Politik. Da der Film eher ein wenig zu lange geraten ist, würde ich sagen er hätte als TV Zweiteiler eher seine Daseinsberechtigung, ansonsten würde ich eher sagen den Film kann man links liegen lassen. Ich will mal versuchen das zu erklären.

Ein Film braucht (einen oder mehrere) zentralen Protagonisten. Es muss kein Held sein, es kann auch ein Antiheld sein, oder eine Hassfigur, aber Mafia Inc. hat keinerlei Figur oder Figuren die die Story alleine trägt bzw. tragen. Der Film hat mehrere Figuren die dafür als Kandidaten in Frage kämen, aber sie fallen alle durch oder haben eine wechselnde und inkohärente Menge an Bildschirmzeit oder Fokus eingeräumt bekommen. Weder Boss Frank noch der aufstrebende Vince dienen dem Film als erzählerische Perspektiven. Was macht das aus dem Film? Ich finde er verzettelt sich dadurch gnadenlos, und driftet ab ins Belanglose. Da hilft auch nicht dass der Film teilweise extremst brutal ist, und man als Zuschauer sich ein wenig fragt, ob es denn nötig ist – man hat das schon verstanden dass es auch in Kanada Mafiosi gibt.

Letztlich hätte man aus der Geschichte viel besser einen Politthriller machen können über die Sizilien-Connection, die Finanzermittlungen, die Erwartungen an die Berlusconi I Regierung und vielleicht den Aspekt der Teilamnestie-Gesetzgebung in Kanada. Man hätte auch Aufstieg und Fall von Vince zum Hauptgegenstand des Drehbuchs machen können. Stattdessen ist vielleicht noch am ehesten die Bemühung Frank Paternos, seinen Klan aus dem dreckigen Geschäft ins Big Business zu ziehen, der größere Anteil der Geschichte, aber es ist einfach schlecht erzählt, mittelmäßig gespielt und nicht besonders aufregend.

Die BluRay von Koch Films sieht sehr gut aus, wenn das Bild mal etwas weniger gut aussah vermute ich ist das einen Tick gewollt um den Schauplatz besser einzufangen, also die 90er. Ein sehr scharfes Bild, prima Kontraste und Scharfwerte, da gibts nix zu meckern. Es gibt eine deutsche Synchronfassung (nicht getestet) sowie den Originalton (ein Misch aus Englisch, Italienisch und quebecer Französisch). Das klingt sehr gut, weist eine solide Balance auf, sehr subtile Dynamik und gute Dialogverständlichkeit (ob man das quebequer Geschwurbel inhaltlich versteht ist eine andere Sache). Extras gibt es keine.

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Die BluRay wurde uns zur Verfügung gestellt

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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