Zwischen Zwei Feuern

Zwischen Zwei Feuern (im Original: The Indian Fighter) ist ein Cinemascope-Western von 1955 unter der Regie von André de Toth (The Stranger wore a Gun) mit Kirk Douglas (Mit stahlharter Faust) in der Hauptrolle.

Der Film handelt von dem Trapper Hawks (Kirk Douglas), der sowohl bei der Armee als auch beim Sioux-Stamm von Red Cloud (Eduard Franz) hat. Als alter Händler findet er des Häuptlings Politik, kein Gold an die Weißen zu verkaufen zwar drastisch, als er sieht dass dieser aber auch Abweichler aus den eigenen Reihen entsprechend bestraft, will er ihn zum nächsten Fort einladen damit er dort mit dem Kapitän einen Frieden aushandeln kann. Blöd nur dass einige ruchlose Banditen (u.a. Walter Matthau) dennoch versucht an das Gold zu kommen und dabei einer der Eingeborenen das Leben verliert. Hawks steckt plötzlich mitten drin, denn dem Kapitän hat er zugesichert dass Red Cloud das Wort hält, diesem hat er gesagt die Armee hält sich an die Regeln und zwischendrin gefährden Rassisten und Banditen den Frieden, während er selbst sich an die Häuptlingstochter (Elsa Martinelli) ran macht, was dem Sohn des Häuptlings gar nicht gefällt. So muss der alte Trapper an allen Fronten kämpfen und viele verlieren ihr Leben….

In weiteren Rollen sind in diesem Westernabenteuer ja zu sehen Walter Matthau (Charley Varrick), und es ist auch der erste große Film von Elsa Martinelli (bekannt auch aus Hatari!, The Belle Star Story, One on Top of the Other, The 10th Victim) die vor fast genau einem Jahrim Alter von 82 Jahren verstarb. Sie darf hier gleich in der ersten Filmminute nackt im Fluss baden übrigens. Lon Chaney (The Black Sleep) ist ebenfalls in einer kleinen Rolle mit dabei, und auch Eduard Franz (auch Hatari!, Die Gebrochene Lanze) als Red Cloud, und Alan Hale Jr (Hängt ihn höher).

Warum hab ich den Badespass mit Fräulein Martinelli erwähnt? Nun der Film gehört sicherlich zu einem chauvinistischeren Vertreter der alten Hollywoodschinken. Kirk Douglas darf die arme auch noch unsanft anpacken, sie an den Haaren ziehen und gegen ihren Willen küssen, aber 1955 galt das wohl noch romantisch. Ansonsten ist der Film eigentlich schon ein wenig aufgeklärt, jedenfalls was die rassistischen Aspekte der amerikanischen Siedlergeschichte betrifft und den Western-Mythos. Hawks kämpft in dem Film ja nicht nur, wie der Titel sagt, gegen die Indianer, sondern wenn man sich die Ursachen anguckt, gegen die Hetzer und Betrüger in den eigenen Reihen, Leute die auf die Ureinwohner als zweitklassige Lebewesen herabsahen. Er wird dabei ein wenig zum unfreiwilligen Helfer, denn wie so oft in diesen Filmen, wenn der Kampf erstmal ausbricht, steht er mit im Fort an der Mauer und knallt kräftig heranreitende Krieger im Federschmuck ab.

Insgesamt fan ich The Indian Fighter recht mittelmäßig. Ein ähnlicher Stoff ist z.b. mit The Last Frontier geboten mit Victor Mature, der finde ich um Längen besser ist und mehr Klasse hat. Irgendwie geschah mir hier letztlich zu viel, dadurch wurden einige Charaktere an den Rand gedrängt, man konnte dem Film dann nicht mehr gut folgen und verliert als Zuschauer ein wenig die Bindung an die Haupthandlung. Der Film verkommt letztlich zum Actionfilm und bietet unterm Strich dann weniger Substanz als ein Karl May Western. Schön natürlich die kleinen Geplänkel, zwischen Douglas und Martinelli, den einigen wenigen lustigeren Momenten mit Soldaten und Siedlern (comic relief) und einige doch beindruckende Actionsequenzen.

Die BluRay ist Nr. 54 der Western legenden Reihe. Die Qualität des Bildes ist gut. Ausreichend Kontrast und relativ frei von Dreck und Schäden, so zeigt sich hier doch an vielen Stellen etwas Blässe und Grünstich. Der digitale Rauschunterdrücker ist heftig am arbeiten hier, man sieht schon sehr deutlich wie hart man das Material digital anfassen musste um es noch recht gut aussehen zu lassen. Unterm Strich sieht das ganze prima aus, man darf als kleinkarierter BluRay-Kritiker nur nicht zu genau hinsehen.

Die Scheibe bietet eine deutsche und englische Tonspur (DTS-HD MA stereo) sowie Untertitel in den beiden Sprachen. Die englische Tonspur klingt leider wirklich sehr blechern und rauscht leicht. Ich habs lieber dumpf und rauschend, als säuseln wie wenn durch ein Plastikrohr klingend, aber man hat das anders wohl nicht mehr zu Stande gebracht. Die Tonspur klingt zunehmend schlechter, das stört leider schon ziemlich. Die deutsche Spur hat hat dieses Problem nicht, aber dafür hat dort eben nicht den Originalton und die Spur klingt natürlich stark angestaubt. Ich kann mir nicht erklären was mit er englischen Spur hier passiert ist, aber wirklich zumutbar ist sie leider nicht.

Als Extras gibt es nur den US-Trailer (auch mit deutschem Ton wählbar), den deutschen Trailer und eine Bildergalerie. Der Audiokommentar der US-BluRay (Kino Lorber) ist leider nicht enthalten.

Fazit: Ein solider Western, der leider hier technisch nicht so wirklich zu genießen ist. Insbesondere die englische Tonspur ist eigentlich nicht zumutbar, somit fällt mir hier eine klare Kaufempfehlung schwer. Der Film ist oberes Mittelmaß, aber kann nicht mit so manchem Anthony Mann Streifen, oder gar einigen anderen Leistungen von de Toth, mithalten

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Die BluRay wurde uns freundlicherweise von Koch Media zur Verfügung gestellt.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info, TripleFeatureFoundation.org und FuriousCinema.com

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