Planet der Vampire / Terrore nello spazio / Planet of the Vampires

Zwei Raumschiffe – die „Galliot“ und die „Argos“ – landen auf ein Notsignal hin auf einem nebelüberfluteten Planeten. Unmittelbar nach der Landung ergreift eine merkwürdige fremde Macht von den Mitgliedern der „Argos“-Crew Besitz und nur der Besonnenheit des Kommandanten ist es zu verdanken, dass es nicht zu einer Katastrophe kommt. Als sich die Astronauten auf die Suche nach der „Galliot“ machen, entdecken sie zu ihrem Entsetzen nur noch Leichen in dem Raumschiff. Die Crew hat sich, so scheint es, in einem schieren Wahnsinnsanfall gegenseitig umgebracht. Die Dinge eskalieren: Zwei der tot geglaubten „Galliot“-Besatzungsmitglieder tauchen scheinbar quicklebendig wieder auf. Am nächsten Tag entdeckt das Team ein verlassenes Raumschiff – und vor dessen Eingang ein riesiges Skelett. (Leonine)

Eine Gruppe von Raumfahrern unter der Leitung von Captain Mark Markary (Barry Sullivan) untersucht ein Signal, das sie vom mysteriösen Planeten Aura aus empfängt. Alle Versuche, etwas über die Oberfläche des Planeten ergründen zu können werden durch die dichte sowie stark vernebelte Atmosphäre vereitelt. Als sie der „fremden Welt“ jedoch zu nahe kommen, werden ihre beiden Raumschiffe auf unbekannte Art und Weise gewaltsam angezogen, sodass sie kurz vorm Absturz stehen, doch plötzlich landen die beiden Raumschiffe zwar sehr abrupt aber dafür sicher auf deren Oberfläche. Auf Aura angekommen finden sie heraus, dass sich dort gefährliche Wesen aufhalten, die planen ihre Schiffe sowie ihre Körper zu übernehmen.

Bei Terrore nello spazio handelt es sich um einen der am besten aussehenden Science-Fiction-Filme der 60er Jahre sowie einen Beweis für die Macht der Vorstellungskraft, wenn das Budget nicht so hoch ist, wie man es gerne haben möchte. Mario Bavas Film repräsentiert eine düstere Geschichte, die auf den gruseligen Teilen des früheren Science-Fiction-Hits Forbidden Planet (Alarm im Weltall, 1956) aufbaut, komplett mit seinem unsichtbaren Bösewicht. Die Idee, einen Horrorfilm im Weltraum oder in einer fernen Welt spielen zu lassen, hatte bis dahin noch nicht viel Früchte getragen und obwohl die Kreuzung dieser Genres nichts Neues darstellte, zeigte Bava auf, was für starke Unruhe eine solche Prämisse heraufbeschwören kann, wenn es um die Bedrohung des Planeten Erde geht.

Planet der Vampire dürfte Ridley Scotts Alien (Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt, 1979) beeinflusst haben und war sicherlich auch die Inspiration für eine ganze Reihe von Filmen, die im Kielwasser dieses Werkes entstanden sind. Oftmals mussten diese Filme mit dem gleichen Budget wie Bava arbeiten, doch selten kamen dabei die gleichen Ergebnisse heraus. Die Drehbuchautoren von Alien waren offensichtlich vor allem von der Szene beeindruckt, in der die Astronauten die Überreste eines außerirdischen Raumschiffs mit riesigen Skeletten darin finden. Doch hier ging es mehr darum Ängste zu schüren, anstatt ein Spukhaus im Weltraum zu präsentieren, was Scotts Film tut. Außerdem gibt es in Planet of the Vampires überhaupt nur wenige Gelegenheiten, zu denen die Italiener absichtlich versuchen, das Publikum von ihren Sitzen springen zu lassen.

Anstelle von aufwendigen Sets nutzte Bava Farben, Schatten und viel, viel Trockeneis, um eine alptraumhafte, jenseitige Atmosphäre zu kreieren, die durch das prächtige Set-Design und den unheimlichen Soundtrack noch zusätzlich aufgewertet wird. Man wird zweifellos bemerken, wie dunkel sich alles gestaltet, eine unheilvolle Optik, die nur allzu passend erscheint, wenn man bedenkt, wie sich die Handlung entwickelt. Die Schauspieler kriechen durch das neblige, felsige Gelände und schwingen ihre Lasergewehre, obwohl sie nicht einmal wissen, wie hilfreich die sich im Kampf gegen die Bewohner des Planeten erweisen werden. Das finden sie erst während der großen (naja, so groß es eben möglich war) Schießerei gegen Ende heraus. Als Markary und sein Team feststellen, dass die Crew ihres Mitschiffs in Hysterie verfallen ist und sich gegenseitig umgebracht hat, wird ihm bewusst, dass es das Beste wäre, so schnell wie möglich von diesem unwirtlichen Planeten zu verschwinden.

Was er auch sofort tun würde, wenn nicht ein enorm wichtiges Stück Raumschiff-Maschinerie zerstört worden wäre, was ein Entkommen schlichtweg unmöglich macht. Die Astronauten selbst sind als ziemlich austauschbar zu beschreiben – wäre dies eine Episode von Star Trek, so würden sie alle rote Jumpers tragen, wobei es hauptsächlich Sullivans Captain und die weibliche Hauptdarstellerin Norma Bengell als Sanya sind, die viel Eindruck schinden und sich als wesentlich für die Handlung erweisen. Der Beitrag von Wess (Ángel Aranda) soll dabei nicht heruntergespielt werden, denn der versucht tapfer, den Tag für den Höhepunkt zu retten, doch es wäre klüger gewesen, wenn er auch schon früher mehr zu tun gehabt hätte. Und, ähm, es gibt überhaupt gar keine Vampire, obwohl die Bösen die Toten wiederbeleben, ist in diesem Film kein Blutsauger zu sehen. Alles in Allem handelt es sich bei Terrore nello spazio um ein echtes Juwel mit einer unheilvollen, nihilistischen Atmosphäre, vor allem weil sich der Film von vielen der Science-Fiction-Produktionen des Jahrzehnts abgrenzt. Man achte auf die Wendung am Ende! Wetten, dass man das nicht kommen sieht!

Bonusmaterial:

  • Deutscher Original-Kinotrailer
  • Original US-Kinotrailer
  • Super8-Schmalfilmfassung (ca. 15 Minuten)
  • 8seitiges Booklet mit Aushangfotos

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  • Seitenverhältnis: 16:9 – 1.85:1
  • Alterseinstufung: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Medienformat: Dolby, HiFi-Sound, PAL
  • Laufzeit: 1 Stunde und 26 Minuten
  • Darsteller: Barry Sullivan, Norma Bengell, Angel Aranda, Evi Marandi, Fernando Villena
  • Untertitel: Deutsch
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 1.0), Englisch (Dolby Digital 1.0)
  • Studio: Leonine

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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