Cosmic Sin – Invasion im All

Cosmic Sin

Eine Glatze ,sie alle zu knechten! Wenige sind im Direct-ins-Streaming so präsent wie Bruce Willis. Cosmic Sin ist ein weiteres Nebenprodukt seiner Altersvorsorge. Cosmic Sin handelt vom Erstkontakt mit Aliens im Jahr circa 2500. General Ryle (Frank Grillo) holt den alten Militär James Ford (Bruce Willis) aus dem Ruhestand als Berater. Der hat einen schlechten Ruf, weil er in einem vorangegangenen Krieg mal ein paar Millionen Menschen mit einer Q-Bombe ausgelöscht hat. Halb so wild. Nun konfrontieren die beiden, sowie die Technikerin Sol (CJ Perry) und einige andere, die Aliens, die Menschen assimilieren und auf Kriegsfuß sind. Die Crew konfrontiert die Aliens über 600 tausend LIchtjahre von der Erde entfernt, doch wird bei einem Zwischenfall getrennt und muss sich etwas einfallen lassen, um die Machtzentrale der Aliens mit einer Q-Bombe zu sprengen…. oder so ähnlich, glaube ich…..

Cosmic Sin

Der Film sticht aus dem sonstigen Morast an Fließband-Willis-VOD-Produkten hervor durch ein etwas höhreres Budget, etwas mehr Einfallsreichtum und einen sich immer mehr zum Kultstar mausernden Co-Star (damit meine ich Grillo, der hier auch nur Beiwerk ist, aber in Sachen Karriere derzeit mehr vorweisen kann als der Glatzkopf). Das Weltall-Setting macht das ganze dann auch visuell und technisch interessant.

Cosmic Sin

Der nächste Willis „Kracher“, Anti-Life, ist in der Postkarte dieser Edition beiliegend bereits angekündigt, oder angedroht, je nachdem. Aber nochmal zum Film. Cosmic Sin sieht zwar erstmal beindruckend aus, ist aber schon ziemlich lächerlich, von den Dialogen bis zu den Szenen, in denen wenige scheinbar kaum qualifzierte oder authorisierte Personen Dinge tun, die kaum in Relation zu dem stehen dürften, was eigentlich geschieht. Aliens gegen die menschliche Welt, und es sind ein paar halbsmarte Leute in einem Raum um die sich dann alles dreht? Das ist sogar bei Star Trek plausibler. Und dann steht Bruce da rum und leiht quasi dieser Produktion sein gelangweiltes Gesicht um zu dessen Vermarktbarkeit beizutragen, während Frank Grillo, dem man im Leben nicht zutraut irgend ein hohes Tier zu sein, den harten Strategen mackiert. Das ganze ist letztlich nicht sehr plausibel und sprudelt nur so von seltsamen Begriffen, zusammenhanglosen Szenen, fragwürdigen Vorkommnissen und halbleeren Sets.

Aber der Film versucht, das mit ein paar coolen Sprüchen, viel Neonlichtern, ein paar gut gemachten Effekten und Überbelichtung wett zu machen, die einen Hauch von großem Budget vorgaukelt. Schauspielerisch etwas Niveau bringt irgendwie Costas Mandylor mit, der immerhin auch schon mal einiges an Bösewichtern gemimt hat.

Cosmic Sin

Mit Drehbuchqualitäten unterhalb derer von typischen Spielfilmsequenzen in Videospielen, einem anachronistischen Look in jeder Szene und völlig wahllosen Vorkommnissen (2000er Jahre Sturmgewehre im Jahr 2500, Aliens die aussehen wie die Uruk’Hai aus Herr der Ringe und ne komische Amazone mit gelben Zöpfen und einer lächerlich großen Sniper-Rifle, nur um einige zu nennen) und jeder Menge Momente in denen man sich wünschte, Bruce würde sich wie in Fleabag kurz zum Zuschauer drehen und sagen „kleiner Scherz“. Das ist Cosmic Sin – so bad, it’s still not good.

Der Film ist mit 89min immerhin knackig kurz, aber das sind auch fast noch 80 Minuten mehr als man sich davon zumuten möchte. Das sind die Schattenseiten der digitalen Filmtechnik: jeder Depp kann nun halbwegs professionell aussehende Sci-Fi Filme im heimischen Garten drehen, 3D-Effektsequenzen basteln und das dann mit etwas Willis und Grillo betreufeln. Nur gut ist das halt nicht. Leider, denn man würde sich ja wünschen dass das Genre von B-Movies mit netten Ideen etwas aufgefrischt werden, es muss ja nicht immer ein Spielberg sein. Aber nicht jeder Rotz ist edler Trash.

Cosmic Sin

Leider hat Edward Drake laut IMDb mit American Siege, Gasoline Alley und Apex schon drei weitere Willis Machwerke in den Startlöchern. Das ist entweder ein gekonnter Kniff von Bruce’s Rentenversicherung oder eine Art Filmqualitätsdurchschnittssenkungsverschwörung. So oder so, meine Hoffnung war irgendwie, dass unter all dem Willisianischen Quatschfilmchen auch mal eine kleine Perle versteckt ist. Diese Hoffnung hat sich nicht bewahrheitet in diesem Fall. Man bekommt viel Effekthascherei, viel zum Stirnrunzeln, viel zu wenig Grillo, dröhnende Mucke und dumme Sprüche von Willis wie ein „Did it hurt?“ nachdem einer sagte „I was thinking…“. Joa, und als am Ende komische Gestalten auf irgendwelchen Plattformen im All herumschwebten und ich mir nicht sicher war ob das Tron auf Drogen oder irgendwelche Erinnerungsfetzen an Computerspiele waren, habe ich dann auch mental längst ausgeschaltet. Cosmic Sin ist vor allem eins: eine Sünde. Finger weg.

Cosmic Sin

Die BluRay leistet sich keine wirklichen Schwächen. Das Bild sieht sehr gut aus, inklusive guter Schwarzwerte und sauberer Kontraste. Den billigen VOD-Look wird der Film aber damit auch nicht los. Klingen tut das ganze sehr gut, und das nicht nur bei der Musik, für ein B-Movie ganz ordentlich abgemischt, auch wenn es – erneut – nicht denn Billigeindruck kaschieren kann. Klingt halt teilweise trotzdem wie in der Garage gedreht. Es gibt den Originalton (getestet) und eine deutsche Synchro jeweils in DTS-HD MA 5.1. Die BluRay und kommt in einem sehr hübschen Pappschuber (mit leichtem 3D Effekt), von dem man das FSK Logo auch vorsichtig abziehen kann, bietet aber außer dem Trailer und Bildern vom Dreh keine Extras.

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Die BluRay wurde uns zur Verfügung gestellt.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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