Das Philadelphia Experiment

Philadelphia Experiment

The Philadelphia Experiment ist ein Science-Fiction Film von 1984. Handlung: Der Seemann David Herdeg (Michael Paré) und sein Kumpel Jim schieben während des zweiten Weltkriegs im Hafen von Philadelphia Dienst auf einem Kriegsschiff, dass ausnahmsweise weder in den Pazifik noch nach Europa in den Krieg geschickt wird. Stattdessen nimmt es an einem geheimen Experiment teil, mit dem durch elektromagnetische Wellen Schiffe für Radartechnologie unsichtbar gemacht werden soll – ein vielversprechender und potentiell kriegsentscheidender Technologievorsprung. Das Experiment jedoch geht ordentlich schief, und die beiden Soldaten werden durch ein schwarzes Loch nach 1984 geschleudert. Nicht nur sind die beiden plötzlich Zeitreisende, die mit ihrer Situation zu kämpfen haben und irgendwie zurück wollen, zu allem Überfluss ist der US-Armee des Jahres 1984 bei einem ähnlichen Experiment ein ganzes Dorf abhanden gekommen, und die beiden „Neuankömmlinge“ könnten der Hinweis sein – das Experiment wird vom gleichen Wissenschaftler geleitet, der 40 Jahre vorher als junger Kerl schon die wahnwitzige Idee hatte. Unterstützt von der Jungen Allison (Nancy Allen) macht Herdeg sich auf den Weg zurück in die Vergangenheit…. 

Philadelphia Experiment

Irgendwie konnte ich mich nur noch sehr vague erinnern, in meiner Kindheit mal den zweiten Teil im Abendprogramm gesehen zu haben. Es ist durchaus möglich dass ich diesen ersten Teil also hiermit zum ersten mal gesehen habe. Das Philadelphia Experiment ist sicherlich kein großbudgetierter Sci-Fi-Meilenstein, aber er ist in gewisser Weise zu Recht ein Kult-Klassiker geworden. Ohne sich zu sehr um Plausibilitäten zu scheren, erzählt der Film einfach eine tolle, spannende und natürlich schon auch haarsträubende Zeitreise-Geschichte. Reigsseur Stewart Raffill, der einige weniger bekannte Abenteuerfilme gedreht hat sowie als Ideengeber der Story von Passenger 57 (der mit Wesley Snipes) angegeben ist, schickt den Zuschauer erst ganz kurz zurück in die 40er, nur um uns dann ein wenig Back to the Future mäßig in die frühen 80er zu katapultieren. Heraus kommt ein ziemlich irrer Kulturshock für die beiden Soldaten, den man letztlich gar nicht wirklich ausgeschlachtet hat (aber sollte ja keine Komödie sein). Hinein in diesen interessanten Mix kommt eine junge abenteuerlustige Frau auf der Suche nach Bedeutung in ihrem Leben, gespielt von Nancy Allen (Blow Out).

Philadelphia Experiment

Der Film entwickelt Spannung auch dadurch, das wir es mit zwei Arten von Distanz zu tun haben. Einerseits ist es ein Roadmovie, und zwischen unseren „Helden“, deren Widersachern und dem Ziel liegen größere physische Distanzen (die auch mal schrumpfen). Andererseits liegen 40 Jahre zwischen den beiden Enden des Zeitlochs. Somit ist es in mehrerlei Hinsicht ein Wettlauf gegen die Zeit! Michael Paré (Strassen in Flammen), dessen Karriere leider etwas ausfranste mit der Zeit, spielt etwas weniger überzeugend den Hauptcharakter des Films. Für manche Fans ist aber ein ganz anderer Name nochmal interessant: Mitproduziert wurde der Film nämlich von keinem geringeren als John Carpenter (The Thing), der wohl bei der Lektüre des Drehbuchs von der Idee angefixt genug war, das Projekt zu unterstützten.

Philadelphia Experiment

Ich hatte ziemlichen Spaß mit dem Film, trotz all seiner aus heutiger Sicht lächerlicher Effekte und der etwas hölzernen Performance von Paré. Der Erfolg war dem Film damals nur halbwegs sicher, da er gegen die Olympischen Spiele und Purple Rain antrat, aber vor allem später auf VHS wurde er ein riesen hit, und daher auch die Fortsetzung Anfang der 90er. Es ist ein origineller, spannender und auch etwas witziger Sci-Fi Klassiker, der wunderbar ins frühe Abendprogramm passen dürfte. Der Film erscheint neu im Mediabook bei Koch Films auf BluRay (mit zwei DVDs mit in petto).

Philadelphia Experiment

Das Bild der BluRay sieht eigentlich ganz OK aus, aber nicht durchgängig. Insgesamt kann man nicht von einem gestochen scharfen Bild sprechen, und der Kontrast ist auch nicht immer großartig. Es bleibt ein, ein wenig zum Film passender, suboptimaler Look, der aber immer noch um Meilen besser ist als alles was man von diesem Film je gesehen hat, außer man war vielleicht 1984 im Kino (da war ich aber noch seeeeehr jung). Der Ton klingt solide (Englisch getestet), bietet aber nicht viel Feuerwerk. Die Dialogverständlichkeit ist eigentlich gut, aber nicht immer optimal. Da hilft es dass es Untertitel gibt. Beide Tonspuren, Deutsch und Englisch, liegen in stereo (LPCM) vor.

Philadelphia Experiment

Es gibt auf der Haupt-Disc den Trailer auf Deutsch, Englisch und den für das Re-Release (Englisch, mir unklar wann die Wiederaufführung gewesen sein soll), sowie eine Bildergalerie. Disc 2 ist dann die DVD Version des Films. Disc 3 enthält das einstündige Making-Of „A Conspiracy Classic“ (66min), die einen doch recht interessanten Einblick in die Entstehung des Films bietet mit dem Regisseur, Autoren und Paré in kleinen Interviews. Leider sind quasi keine Aufnahmen vom Dreh selbst enthalten.

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Das Philadelphia Experiment BluRay

Die BluRay wurde uns freundlicherweise von Koch Films zur Verfügung gestellt.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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