Der Henker der Shaolin / Ling Fu – Der Karate-Killer des Todes / Xiao ba wang

China, in den 20er oder Jahren des vorigen Jahrhunderts. Der junge Ah Lung ist ein ganz hervorragender Kung Fu-Kämpfer. Er legt sich immer wieder mit Banditen an und ist in Kämpfe verwickelt. Er und seine Mutter verlassen ihre Heimat, und gehen in einen Ort an der Küste. Sie suchen Ah Lung´s Bruder, Man Ho. Auch in diesem Küsten-Ort gerät Ah Lung in den Focus von Gangstern. Die Bande von Tiger will ihn als Kämpfer, zumal auch Tiger ihn nicht besiegen kann. Doch er lehnt ab worauf die Bande seine Mutter tötet. Jetzt will Ah Lung nur noch eines: Blutige Rache. Rache an Tiger und seinen Schergen, die später auch noch Man Ho zu Tode prügeln. (Schröder Media)

Der Henker der Shaolin ist als ein billiger und mieser Kung-Fu-Actionfilm aus Hongkong zu bezeichnen. Es handelt sich dabei um ein frühes Werk in Regisseur Joseph Velascos Karriere. Dem Mann, der uns solch kitschige Vergnügen wie Shen wei san meng long (Bruce Lee – Seine Erben nehmen Rache, 1980) und andere beschert hat. Dieser Film – über einen kriegführenden jungen Mann, der entdeckt, dass sein eigener Bruder ein Gangster ist – kann eher als ein Nebenprodukt angesehen werden, das mit irrsinnigen Kämpfen angefüllt ist und handlungstechnisch so gut wie nichts zu bieten hat.

Die Produktion ist so billig, dass die Hälfte des Streifens in einem alten Steinbruch gedreht worden zu sein scheint (ähnlich wie bei den späten, enorm billigen Italo-Western), in dem verschiedene Charaktere immer wieder und wieder miteinander kämpfen. Ein großer kahlköpfiger Schläger ist hier einer der Hauptschurken, doch es gibt auch noch die üblichen höhnischen Bösewichte und dergleichen zu sehen. Der junge, aufrechte Held versprüht außergewöhnliche Langeweile, während die Produktionswerte insgesamt als mies beschrieben werden müssen, mit unscharfer Bildqualität und schlecht inszenierten Kämpfen. In der Mitte des Films scheint der Plot wegen eines misogynen Missbrauchs an einem armen jungen Mädchen vollkommen zum Erliegen zu kommen.

Die einzigen Gründe, warum man sich diesen Film anschauen könnte sind James Nam, Bolo Yeung, Yuen Wah und Yuen Biao in den frühen Phasen ihrer jeweiligen Karrieren zu sehen. Allerdings bekommen sie nicht sehr viel Bildschirmzeit, wobei die beiden letzteren fast unmöglich zu erkennen sind. Die einzige Gelegenheit zu der der Film etwas an Fahrt aufnimmt, repräsentiert der brutale Höhepunkt auf dem Boot, der Rest ist jedoch nur als Füllstoff zu bezeichnen.

Schröder Media bringt Der Henker der Shaolin im Rahmen Ihrer Asia Line als Vol. 25 auf DVD heraus. Allerdings kann der Film auf technischem Gebiet nicht sonderlich überzeugen. Das Bild wird in 2.35:1 Format (4:3) präsentiert und kann durchaus noch als brauchbar bezeichnet werden. Es macht allerdings den Anschein, als würde es sich hier um einen einigermaßen guten VHS-Rip handeln. Beim Ton (DD 2.0) stehen eine deutsche, englische und chinesische Spur zur Verfügung, die sich alle gut hören lassen. Deutsche Untertitel können auf Wunsch zugeschaltet werden. Ein Wendecover ohne FSK Logo, sowie Trailer für die beiden auf der DVD verfügbaren Filme sind ebenfalls vorhanden. Letztendlich kann man bei diesem Produkt nur eine bedingte Kaufempfehlung aussprechen. Der Film ist wenig gut konsumierbar, während auch die technische Qualität des Streifens zu wünschen übrig lässt. Wenigstens fehlt hier die Original-Tonspur nicht.

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Darsteller: Cheung Lik, James Nam, Fong Yau, Billy Chong, Chiang Tao
Regisseur(e): Lin Chan-Wai, Joseph Kong
Format: Dolby, PAL, Breitbild
Sprache: Chinesisch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.35:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
Studio: Schröder Media Handels GmbH
Produktionsjahr: 1974
Spieldauer: 85 Minuten

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Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Schröder Media zur Verfügung gestellt.

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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