Foltergarten der Sinnlichkeit / Emanuelle e Françoise (Le sorelline) / Emanuelle’s Revenge

Die junge und naive Francoise wird von ihrem Freund Carlo wie Dreck behandelt. Sie erwischt ihn beim Fremdgehen und schläft sogar mit anderen Männern, um seine Schulden zu begleichen! Als er mit ihr Schluss macht, begeht sie Selbstmord und wirft sich vor einen Zug. Diese Tat trifft ihre Schwester Emanuelle sehr, und so entscheidet sie sich dazu, Carlo dafür zur Verantwortung zu ziehen. Dieser ahnt noch nichts davon, versucht aber Emanuelle aufzureißen. Diese lässt nichts anbrennen und bestellt ihn zu sich nach Hause, wo er nicht das findet, was er sich erhofft hatte! (X-Rated)

Auch als Emanuelle e Françoise (Le sorelline) oder Emanuelle’s Revenge bekannt, erzählt Joe D’Amatos Foltergarten der Sinnlichkeit die Geschichte von … Francoise (Patrizia Gori)! Sie verbringt ihre Tage damit, in der schicken Welt des High Fashion Modeling zu arbeiten und verdient ihren Lebensunterhalt vor der Kamera. Es gibt jedoch einen riesigen, haarigen „Dorn“, der in ihre Seite sticht, in Form von Carlo (George Eastman), ihrem Freund mit dem sie zusammen lebt. Er behandelt sie allerdings ziemlich schlecht und stellt sich als ein echter Bastard heraus. Er betrügt sie ständig und sollte er einmal Schulden haben, benutzt er sie als Zahlungsmittel, damit seine Gläubiger mit ihr im Bett herumtollen können, anstatt mit Bargeld ausgezahlt zu werden. Als Francoise ihn beim Beischlaf mit einer anderen Frau erwischt, macht er Schluss mit ihr, weswegen sie Selbstmord begeht, indem sie sich vor einen Zug wirft. Allerdings hinterlässt sie auch einen langen, erklärenden Abschiedsbrief.

Als nächstes lernt das Publikum Francoises Schwester Emanuelle (Rosemarie Lindt) kennen. Nachdem sie das letzte Schreiben ihrer lieben, verstorbenen Schwester gelesen hat, nimmt sie sich vor, herauszufinden, was genau es mit Carlo auf sich hat, um sich mit ähnlichen Handlungen an ihm für seine vergangenen Missetaten zu rächen. Es bereitet der schönen Emanuelle nicht allzu viel Mühe den geilen Carlo zu verführen und sobald sie ihn mit zu sich nach Hause genommen hat, ist er ihr schutzlos ausgeliefert. Dieser Umstand gestaltet es ihr umso einfacher, ihn in die Zelle zu locken, die sie hinter einem Zwei-Wege-Spiegel hat einbauen lassen. Nachdem Carlo nun dort gefangen ist, wird er von Emanuelle verspottet, wobei er gezwungen wird, zuzusehen, wie sie ihre fleischlichen Begierden befriedigt. Wohl wissend, dass ihn seine Unfähigkeit an den Sexspielchen teilzunehmen zu können, in den Wahnsinn treiben wird. Doch das ist noch nicht alles, was sie mit ihm vorhat…

Als ein Remake des griechischen Filmemachers Dimi Dadiras‘ Film Kafti ekdikisis (Sklaven des Eros, 1969), der von D’Amato und seinem regelmäßigen Mitverschwörer Bruno Mattei mitgeschrieben wurde, stellt Foltergarten der Sinnlichkeit einen ziemlich verdrehten Streifen dar. Diejenigen, die einen hübschen Softcore-Flick im Stile der französischen Filme erwarten (mit denen D’Amato so offensichtlich versucht hat viel Geld zu verdienen), werden vielleicht überrascht sein, doch wenn man Dadiras‘ Film gesehen haben sollte, dürfte man schon eine ziemlich gute Vorstellung davon haben, wo das Ganze hinführt. Zu seiner Ehre geht D’Amato in seinem Remake sogar noch einen Schritt weiter und kreiert (wie man es von D’Amato gewohnt war) einen wesentlich grafischeren Streifen. Er schafft es sogar, Kannibalismus in die Vorgänge einfließen zu lassen!

Die schauspielerischen Leistungen sind als anständig und definitiv mutig zu bezeichnen. Patrizia Gori, die in Zinksärge für die Goldjungen (1973) und in Quelli che contano (Die Rache des Paten, 1974) aufgetreten war, liefert hier eine solide Vorstellung ab. So wie ihr Freund mit ihr umgeht, kann man schon Mitleid mit der guten Frau haben. George Eastman aka Luigi Montefiori, bekannt für seine vielen Kooperationen mit Joe D’Amato, wie Antropophagus (Der Menschenfresser, 1980) und Porno Holocaust (Orgasmo nero II – Insel der Zombies, 1981), spielt großartig als Bösewicht (wie von ihm gewohnt, doch hier lässt er sich wirklich komplett auf die Rolle ein). Rosemarie Lindt aus Chi l’ha vista morire? (The Child – Die Stadt wird zum Alptraum, 1972) und Salon Kitty (1976) sieht nicht im Geringsten so aus wie Sylvia Kristel oder Laura Gemser (die berühmteren Emmanuelle / Emanuelle Darstellerinnen), liefert aber dennoch eine starke Leistung ab.

Auch hier ist ihre Arbeit als ziemlich schamlos zu beschreiben, wobei sie ein beeindruckendes Engagement für die Rolle an den Tag legt. Maria Rosaria Riuzzi, die auch in Salon Kitty sowie in D’Amatos Immagini di un convent (Images In A Convent, 1979) und Umberto Lenzis Roma a mano armata (Die Viper, 1976) aufgetreten ist, übernimmt hier eine unterstützende Rolle, ebenso wie Annie Carol Edel, die einige aus Lenzis Milano odia: la polizia non può sparare (Der Berserker, 1974) und/oder Bruno Matteis La vera storia della monaca di Monza (Das süße Leben der Nonne von Monza, 1980) kennen dürften. Die Produktionswerte gehen in Ordnung, während Gianni Marchetti eine entsprechend skurrile Partitur beisteuert. Die von D’Amato selbst bereitgestellte Kinematographie neigt dazu genauso solide zu sein, wie sein Film. Die Kamerabewegungen wurden gut durchdacht, wobei die Verwendung von Licht und Schatten häufig als sehr beeindruckend beschrieben werden kann, obwohl der Regisseur wahrscheinlich mit einem recht bescheidenen Budget arbeiten musste.

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  • Seitenverhältnis : 16:9 – 1.77:1
  • Alterseinstufung : Nicht geprüft
  • Regisseur : D’Amato, Joe
  • Laufzeit : 1 Stunde und 35 Minuten
  • Darsteller : Eastman, George, Lindt, Rosemarie, Edel, Annie Carol, Riuzzi, Maria Rosaria, Fieri, Giorgio
  • Untertitel: : Deutsch
  • Sprache, : Italienisch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 2.0)
  • Studio : X-Rated Kult DVD

Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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