Racer and the Jailbird

Racer and the Jailbird (Le Fidèle) ist ein belgisches Krimidrama von 2017. Der Film handelt von Gigi (Exarchopoulos), einer aufstrebenden Rennfahrerin, die sich in den melancholischen Bankräuber Bibi (Schoenarts) verliebt. Als sie bemerkt, womit er sein Geld verdient, ist es für sie fast zu spät. Bibi will eigentlich aus der Masche raus, und noch ein großes Ding abziehen bevor er sich mit Gigi aus dem Staub machen kann. Doch der nächste sehr ambitionierte Raub an einem Geldtransporter nimmt ein schlechtes Ende, und er landet im Knast. Einige seiner Gefährten sterben. Ohne hier zu viele Details zu verlieren kann man noch sagen dass noch mehr schiefgeht, so auch während etwas Hafturlaub bei dem Bibi Quatsch macht, und auch Gigi kämpft mit einem Problem….

Regisseur Roskam (The Drop) nahm sich hier einiges vor. Eine Dosis Heat gepackt in einen europäischen Heist-Movie der ab der Hälfte zu einem depressiven Drama verkommt. Dazu Schusswechsel, Verfolgungsjagden, Intrigen, Gewalt und Liebe. Adèle Exarchopoulos (Bastille Day, Blue is the Warmest Color) und Matthias Schoenarts (The Loft, The Bodyguard, De Bende van Oss) geben in dem Film eine Art Bonnie und Clyde Darbietung ab, bei der jedoch Schoenarts von seiner charmanten Partnerin ein wenig an die Wand gespielt wird. Besonders viel Ausstrahlung hatte der Belgier leider noch nie, seinem Erfolg hat das bislang nicht gebremst. Der Film wird durch die unterschiedlichen Komponenten und die dramatischen Wendungen in der zweiten Hälfte ziemlich lang, allerdings nur gefühlt. Man startet als  Zuschauer mit völlig falschen Erwartungen an den Film, die allerdings über eine Stunde weiter genährt werden, bevor Roskam sie erschüttert.

Die erste Hälfte ist nämlich echt interessant, mit einigen interessanten Abweichungen von den typischen Heist-Filmen. Die Komponente der Rennfahrerin, das geringe Augenmerk auf die Bande selbst und die scheinbar geerdete Einstellung der Protagonisten (vs. der Überheblichkeit von McCauly beispielsweise) sind irgendwie typisch europäisch und hier aber sehr passende Elemente. Erst ab der Mitte wendet sich im Film das Blatt für die Charaktere, und auch der Film selbst verliert damit seinen Elan, er wechselt quasi das Genre, sinkt in ein depressives Drama ab, bei dem man sich nur noch danach sehnt dass der Film zu ende ist. Das klingt gemein, aber der Film ist – das muss man einfach wissen – letztlich kein Gute-Laune Film. Insgesamt ist er jedoch durchaus gut gemacht, gut gespielt, auch ein wenig originell und mit spannenden Momenten.

Die BluRay ist nicht ganz so großartig. Das Bild weist ein seltsames Gitter auf, weiß der Geier was hier passiert ist mit dem Quellmaterial, aber das sollte bei einem Film von 2017 so eigentlich nicht aussehen. Der Ton ist sehr solide, mit gutem Raumklang und Tiefen. Man kann zwischen Französisch und Deutsch wählen, optional gibt es deutsche Untertitel. An Extras gibt es Interviews mit Schoenaerts, Exarchopoulos, und Roskam. Es gibt drei Trailer je Deutsch und Französisch, sowie eine Trailershow.

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Die BluRay wurde uns freundlicherweise von Koch Media zur Verfügung gestellt.

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info, TripleFeatureFoundation.org und FuriousCinema.com

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