Vampire’s Kiss

Vampire's Kiss

Vampire’s Kiss ist eine schwarze Komödie von Robert Bierman aus dem Jahr 1988 mit Nicolas Cage (Color out of Space), Maria Conchita Alonso (Extreme Prejudice) und Jennifer Beals (Four Rooms) in den Hauptrollen.

Der Cliché-Yuppie Peter Loew (Nic Cage) arbeitet in einer Verlagsvertretung im internationalen Bereich. Er pflegt ein abwechslungsreiches Privatleben, doch so richtig ausfüllen tut ihn sein Partyleben nicht. Daher sucht er zum einen den Rat einer Psychiaterin, zum anderen lässt er seine Laune an seiner Assistentin Alva (Alonso) aus. Eines Abends schleppt er die verlockende Rachel (Beals) nach Hause ab, wo er am Abend vorher schon ein Intermezzo mit einer anderen jungen Dame ungeplant abbrechen musste, weil eine Fledermaus sich in sein Schlafzimmer verirrt hatte. Rachel allerdings beißt ihn in den Hals. Er kann mit der Situation zunächst nicht viel anfangen, wird aber schrittweise lichtempfindlich, launischer, schläft unter seinem Sofa und verspürt plötzlich den Drang nach Blut….

Vampire's Kiss

War Nicolas Cage jemals mehr Cage als hier? Vielleicht war es der Höhepunkt seiner Cage-Künste, vielleicht ein Zeichen dafür was noch bevorstand…. jedenfalls lässt Cage in Vampire’s Kiss so richtig die Sau raus, und macht den Film damit zum Hit. Und das kurz nachdem er mit Moonstruck eigentlich so etwas wie seinen größeren Durchbruch feierte. Der Film ist dabei eigentlich für sich genommen gar nicht so bahnbrechend (auch wenn Cage zutreffend im Audiokommentar bemerkt, dass er in gewisser Weise seiner Zeit voraus war, was die Passgenauigkeit mit dem Zuschauergeschmack anbelangt). Beals macht den Eindruck als hätte man sie widerwillig für etwa 2h Drehaufnahmen kooptiert im Übrigen. Was brilliant ist allerdings ist, der graduelle Verfall in den Wahnsinn den Loew hier durchmacht – nur Cage konnte das so spielen. Man hat den Film treffender Weise auch als eine bessere Satire als American Psycho beschrieben. Ach ich weiß nicht, aber es ist schon eine einfach extrem schrille Auseinandersetzung mit dem Yuppie-Cliché.

Vampire's Kiss

Was der Film aber völlig offen lässt, auch wenn es Andeutungen gibt, ist eine Art Resolution des Ganzen. Die Dialoge mit der Psychiaterin bieten immerhin den Ansatz eines erzählerischen Rahmens, der zwar nicht zurückblickt, aber immerhin erahnen lässt, dass das, was von sich geht, nicht so sonnenklar ist wie es scheint. Dabei sind von Anfang an witziger Weise zwei Sorte von Hinweisen verstreut. Da sind zum einen die subtilen Hinweise darauf, dass Loew zum Blutsauger mutiert – bis hin zum Nachrichtenartikel dass er letztlich eine junge Dame ermordet hat. Zum anderen gibt es all diese Indizien dafür dass Loew in der Annahme, er sei ein Vampir, Dinge tut von denen er glaubt sie als Vampir tun zu müssen, aber ihn das noch lange nicht zum Vampir macht. Tut Loew nun als Yuppie Dinge, von denen er glaubt, sie als junger Aufsteiger tun zu müssen, zum Beispiel auf seiner Sekretärin rumzuhacken, oder ist er ein schlechter Mensch und deshalb hackt er auf ihr rum? Während der pathologische Killer in American Psycho das verzerrte Bild seiner gesellschaftlichen Zielvorstellung verfolgt, ist der arme Loew in Vampire’s Kiss ganz und gar dem Wahnsinn seines Lebens zum Opfer gefallen – und entweder seine Fantasie geht völlig mit ihm durch, oder er wurde tatsächlich von einem Vampir gebissen und es fällt ihm schwer sein neues ich und sein altes schlechtes Ich auseinander zu halten, weil die vielleicht gar nicht so weit auseinander lagen.

Vampire's Kiss

Die BluRay bietet prima Bild, das kann man definitv so sagen. Koch Films spendiert dem Film ein schönes Mediabook und das sieht nicht nur von außen gut aus. Auch der Ton (Englisch getestet) klingt ziemlich gut für einen Film aus den späten 80ern. Dazu kommt die deutsche Synchronfassung, sowie Untertiteln in beiden Sprachen. n Sachen Extras steht an vorderster Stelle ein Audiokommentar mit Regisseur Robert Bierman und Nicolas Cage der recht informativ ist, auch wenn Bierman sich deutlich besser an die Details erinnert als Cage, der den Film zwar zu einer seiner besten Performances zählt, für ihn ist es aber gefühlt schon deutlich länger her. Hinzu gesellen sich diverse Trailer und eine Bildergalerie. Wen es interessiert, für den gibt es außerdem die deutsche Kinofassung, die laut Schnittberichte um etwa 8 Minuten Handlung gekürzt war. Das gleiche Programm gibts einmal auf der DVD. Das Booklet lag mir (wie in den meisten Fällen) nicht zur Bewertung vor.

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Vampire's Kiss BluRay

Die BluRay wurde uns freundlicherweise von Koch Films zur Verfügung gestellt. Screenshots teilweise von BluRay.com

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Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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Eine Antwort

  1. 22. Juni 2020

    […] – Bluntwof bespricht auf Nischenkino einen meiner liebsten Gialli: Lucio Fulcis „A Lizard in a Woman’s Skin“. Und Sebastian bricht eine Lanze für “Vampire’s Kiss” mit einem jungen Nicolas Cage. […]

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