Operation Eastern Condors / Dung fong tuk ying / Eastern Condors

Vietnam, 1976. Eine Gruppe von Häftlingen aus den Gefängnissen Saigons soll das US-Militär bei einem Himmelfahrtskommando unterstützen: Ein geheimer US-Raketenbunker ist nicht mehr rechtzeitig gesprengt worden, so dass die Gefahr besteht, dass er in die Hände des Vietcongs fällt. Den Gefangenen winken als Belohnung für ihren Einsatz ihre Freiheit, die amerikanische Staatsbürgerschaft sowie jeweils 200.000 Dollar. Als sie einwilligen, ahnen sie noch nicht, dass ihnen ein unglaublich brutaler Trip in die „Grüne Hölle“ bevorsteht, der alles in den Schatten stellen wird, was sie jemals erlebt haben… (EuroVideo Medien GmbH)

Operation Eastern Condors repräsentiert einen Weltklasse-Kriegsfilm, der an alle zertifizierten tough-guy Klassiker von The Dirty Dozen (Das dreckige Dutzend, 1967) bis hin zu Sylvester Stallones albernen Rambo-Epen (mit einem Schuss aus Michael Ciminos erschütterndem The Deer Hunter / Die durch die Hölle gehen, 1978, gewürzt) erinnert. Der Streifen stellt gleichzeitig einen absurd unterhaltsamen Rausch von ultra-gewalttätigem martialischem Chaos, übertriebenem Humor, männlichem Melodrama und phänomenaler Stuntarbeit dar, der Hong-Kong-Actionfanatiker vor Aufregung garantiert von ihren Sitzen springen, Zyniker aber höchstwahrscheinlich ungläubig mit den Augen rollen lässt.

Die 1976 spielende Geschichte folgt den Abenteuern einer bunt zusammengewürfelten Gruppe von inhaftierten chinesisch-amerikanischen Kriminellen, die in den Dschungel Vietnams geschickt werden, wo sie sich mit einem weiblichen Trio kambodschanischer Guerillas und einem irrsinnigen Einheimischen zusammentun, um ein geheimes Waffenlager zu zerstören, das amerikanische GIs nach dem Krieg zurückgelassen haben. Die Belohnung? Vollkommene Begnadigung, 200.000 Dollar und uneingeschränkte Aufenthaltsgenehmigung für die U.S.A. – natürlich nur, wenn sie es schaffen zu überleben. Die Stars Sammo Kam-Bo Hung und Yuen Biao sind als glänzende Kampfkünstler zu bezeichnen, während Operation Eastern Condors den Beiden viele Möglichkeiten beschert, um ihre beeindruckenden körperlichen Fähigkeiten zu präsentieren. Insbesondere der unglaubliche Endkampf, in dem sie in einem glühenden Kung-Fu-Match gegen einen scheinbar zurückhaltenden, Fächer-schwingenden Vietcong-Kommandanten (gespielt vom altgedienten Bösewicht Yuen Wah in einer „anscheinend“ lustigen Vorstellung) und eine Handvoll seiner schlagkräftigen Handlanger antreten müssen, hat es in sich.

Obwohl Hung (abgesehen von der offensichtlichen Akrobatik) eine trockene, schon beinahe komische Vorstellung, als einer der „Helden“ abliefert, ist seine Regieführung alles andere als zurückhaltend zu beschreiben. Auch wenn die Kampfchoreografie Anmut und Wildheit zu gleichen Teilen nahezu perfekt in sich vereint und selbst der Schnitt die Wucht eines Kopftreffers in sich trägt, ist es doch tatsächlich die frenetische Kameraarbeit, die diesem Film und vielen weiteren von Hung seine unerbittliche Energie verleiht. Der Streifen wurde mit skurrilen Breitbildkompositionen (ein denkwürdiges Beispiel findet sich in einer Nahaufnahme von Sammos späterer Ehefrau – sie heirateten 1995 – und Co-Star Joyce Godenzi, die durch die gespreizten Beine eines Feindes gerahmt ist, dem gerade ein Messer durch sein Hinterteil gezogen wurde) und schwungvollen Kamerabewegungen vollgepackt, die in allen Richtungen um unsere „Helden“ herum gleiten.

Sammo Hung kann nach John Woo als einer der stilvollsten Actionfilmer überhaupt bezeichnet werden. Übermäßig gewalttätig und ungemein lustig, gestaltet sich Operation Eastern Condors im besten Sinne vollkommen over-the-top, was auf einige Zuschauer eine abschreckende Wirkung haben könnte. Diejenigen, die auf filmisches Material wie dieses abfahren, werden Dung fong tuk ying – einer von Hungs Besten – lieben und auf gar keinen Fall verpassen wollen.

Bonusmaterial:

  • Verschiedene Audiokommentare (einmal mit Frank Djeng und einmal mit Mike Leeder sowie Arne Venema) —> beide AKs erweisen sich als recht informativ sowie unterhaltsam
  • Exportfassung
  • Yuen-Wah-Interview
  • Sammo über Eastern Condors
  • Sammo über Jackie Chan und Yuen Biao —> sämtliche Interviews gestalten sich ziemlich interessant sowie informativ
  • Original (westliche) Eröffnungs- und Endkredits
  • diverse Trailer

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  • Seitenverhältnis: ‎2.39:1
  • Alterseinstufung: Freigegeben ab 18 Jahren
  • Regisseur: Hung, Sammo
  • Medienformat: Breitbild
  • Laufzeit: 1 Stunde und 38 Minuten
  • Darsteller: Biao, Yuen, Ngor, Haing S., Hung, Sammo, Ying, Lam Ching, Godenzi, Joyce Mina
  • Studio: EuroVideo Medien GmbH

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Bluntwolf

Bluntwolf ist ein Cineast aus der goldenen Mitte Deutschlands. Sein Spezialgebiet ist das italienische Kino der 60er bis 80er Jahre, insbesondere Italowestern, Giallo und Polizio. Er ist der Chefredakteur von Nischenkino und gehört dem Redaktionsteam der Spaghetti-Western Database an.

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