Vigilante Force – Das Gesetz sind wir

Vigilante Force („Das Gesetz sind wir“) ist ein Actionfilm aus dem Jahre 1976, Regie und Drehbuch von George Armitage. Jan-Michael Vincent und Kris Kristofferson sind darin Rivalen in einer Story von Selbstjustiz und Gewalt, wie sie die späten 70er nicht selten hervorgebracht haben.

Vigilante Force handelt von dem kalifornischen Nest Elk Hill, in dem wegen des Ölbooms sich ein wenig zu viel Gesindel angesiedelt hat. Man kann quasi nicht mehr gefahrenlos in die Öffentlichkeit. Sheriff Lee ist dagegen, aber der Bürgermeister und die anderen Geschäftsleute drängen Ben Arnold (Jan-Michael Vincent) dazu, seinen Bruder den Kriegsveteran Aaron (Kris Kristofferson) anzuheuern, quasi als externe Deputies. Ben fährt nach Los Angeles wo dieser als Wachmann arbeitet. Er heuert ihn und seine anderen Veteranenkumpels an. In Elk Hill werden Sie eingeschworen und bewaffnet, mit dem Auftrag den Ort von Gesindel zu befreien. Genauere Auflagen macht man ihnen nicht. Ben denkt sich erst nichts schlimmes, auch wenn seine Freundin Linda (Victoria Principal), genauso wie der Sheriff (Judson Pratt), Zweifel an der Integrität von Aaron hat. Sie sollen Recht behalten, denn relativ schnell haben Aaron und seine Deputies zwar die schlimmsten Ganoven verjagd, sich selbst aber als die wahren Machthaber in der Stadt etabliert. Die ersten Gegenspieler müssen dran glauben, und die Bande der falschen Sheriffs plant scheintbar noch einen viel größeren Coup, also muss Ben selbst mit den anderen Stadtbewohnern gegen Aaron vor gehen….

Vigilante Force

George Armitage (der vor Vigilante Force den wenig beachteten Hit Man, u.a. mit Pam Grier, gemacht hat und in den 90ern Miami Blues mit Alec Baldwin und Grosse Pointe Black mit John Cusack) führte hier Regie. Laut IMDb hatte er als Nebendarsteller auch Auftritte in Titeln die Kennern durchaus etwas sagen sollten, darunter Fighting Mad mit Peter Fonda (den es auch von Explosive-Media auf DVD gibt, Kritik noch diesen Monat auf Nischenkino) und Caged Heat ebenso mit Pam Grier. Produziert wurde der Film von Gene Corman, Bruder des legendären Roger Corman, der wie Fans wissen, Martin Scorsese groß gemacht hat. Armitage ist nun nicht unbedingt der große Regiemeister, sondern hat quasi in seiner Karriere neben einer TV Serie hauptsächlich Liebhaberprojekte im Genrebereich gedreht.

Vigilante Force

Der Film erinnert ein klein wenig an High Plains Drifter, in dem ein Westerndorf einen unbekannten Fremden (Clint Eastwood) anheuert um die Ganoven zu vertreiben, dabei aber einen Deal mit dem Teufel eingeht. So ähnlich ist es auch hier, nur dass die Story weniger Substanz hat und alles viel unverhoffter passiert. Jan-Michael Vincent spielt den zurückhaltenden Ben, einen Trecker-Mechaniker, der sich zwar auf die Rückkehr seines Bruders freut, den Ärger aber förmlich riechen kann, auch wenn er die Sorgen seiner Freundin erst herunter spielt. Kris Kristofferson hat sichtlich Spaß daran, den Veteranen mit bloßem Oberkörper und den Maschinengewehren zu mimen. Er scheint anfangs der lockere Charmbolzen zu sein, entpuppt sich aber als skrupelloser Mörder und geldieriger Schurke.

Vigilante Force

Der Film deutet stark die stumpfere 80er Dekade an, geprägt von oberflächlichen Actionfilmen aus dem Hause Cannon, das ist aber ein wenig ungerecht. Der Film steht eher in der Tradition von reihenweise Selbstjustiz Filmen, wie man sie zum Beispiel kennt im Stile von Death Wish. Das ganze ist eine solide Regie- und Schauspielerleistung, aber man muss einfach niedrige Erwartungen an Tiefe und Story haben. Dafür fliegen am Ende ordentlich die Fetzen, es gibt große Explosionen, viel Schießereien und die Guten gewinnen. Vigilante Force hat einen minderen Kultstatus vor allem wegen des Duos Kristofferson und Vincent, und es macht Spaß so einen Actionreisser aus den späten 70ern einmal wieder erlebt zu haben.

Vigilante Force

Explosive Media hatte von dem Film auch eine BluRay veröffentlicht, die mir leider nicht mehr zur Verfügung stand da diese schon vergriffen ist. Die DVD entstammt ebenfalls dem neu abgetasteten Master. Das Bild ist recht farbenfroh und kontrastreich. Schwächen ergeben sich vor allem bei den wenigen dunklen Szenen und bei der Sauberkeit des Films im Detail. Das sieht teilweise viel zu fitzelig aus, und dabei sind das nicht Kompressionsartefakte sondern vielleicht die viel zu sichtbaren unreinheiten nach dem digitalen Restaurationsprozess. Das mag auf der BluRay um einiges besser aussehen, die hochskalierte DVD sah auf meinem 42″ Gerät allerdings aus kurzer Distanz etwas dem Alter entsprechend aus. Der Ton ist das eigentliche Problem. Teilweise etwas dumpf und über weite Teile leider viel zu schwer verständlich. Die deutsche Spur ist da etwas besser, aber insgesamt muss man sich einfach auf die Action konzentrieren und sollte nicht versuchen jedes Wort herauszuhören. Da helfen auch die nicht ganz akkuraten englischen Untertitel nicht so sehr weit. An Extras gibt es den Trailer, Bildergallerie und  Trailer von anderen Explosive Titeln.

Insgesamt eine gelungende DVD mit diesem Kultfilm, Fans sollten zugreifen. Die Schwächen bei der Qualität sind normal und verkraftbar bei einem Film dieser Art und Alters. Ich wünsche viel Unterhaltung mit… Vigilante Force!

Dieser Artikel ist der erste Teil unseres Jan-Michael Vincent Specials, der zweite Teil zu White Line Fever („Strasse der Gewalt“) ist ebenso online.

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BluRay Version (im Katalog von Explosive Media)

Sebastian

Gründer und Inhaber von Nischenkino. Gründer von Tarantino.info, Spaghetti-Western.net, GrindhouseDatabase.com, Robert-Rodriguez.info und FuriousCinema.com

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